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2008-06-18 | hands-on Ubuntu Netbook Remix

Marc Shuttleworth, der Ubuntu- Gründer, hat es angekündigt, ein paar Bilder und Videos haben wir schon gesehen und ein wahres Wunderding soll es sein: Ubuntu Netbook Remix. In 5 Sekunden soll es booten und einsatzbereit sein. Da muss man sich doch mal ein eigenes Bild machen.

Erschienen ist es noch nicht, aber die Tools kann man sich auf Launchpad herunterladen und manuell installieren. Alternativ kann man die Launchpad- Repositories zu den Softwarequellen hinzufügen und die Software mit synaptic installieren. Die deb- Zeile lautet:

deb http://ppa.launchpad.net/netbook-remix-team/ubuntu hardy main

Wer wie ich eeeXubuntu auf dem Kleinen benutzt, kann es erstmal noch nicht ausprobieren, denn ume-launcher hängt von Bibliotheksversionen ab, die Gutsy Gibbon noch nicht mitbringt. Ein Upgrade scheiterte bei mir am jedoch mangelnden Plattenplatz. Vielleicht sind die passenden Versionen ja in den Backport- Repositories, aber davon lasse ich die Finger – Backports sind das Tor zur Dependency- Hölle =)

Also habe ich den UME- Launcher, maximus, windowpicker- und go-home-applet auf meinem Desktoprechner installiert und ausprobiert.

Auf einem 22″- TFT erschlägt einen der Launcher zuerst, aber dafür ist er ja auch nicht gemacht. Linkerhand hat man die die Programmgruppen, wie man sie auch schon aus dem Gnome- Menü kennt. Dazu kommt ein Eintrag ‚Favoriten‘. Rechterhand hat man die Orte, Einstellungen und Beenden. In der Mitte finden sich dann die Icons der Programme. Allerdings ignoriert ume-launcher, das einige Icons im Menü deaktiviert sind und zeigt sie trotzdem.

Der ume-launcher macht richtig, was der Asus- Easy- Mode noch falsch gemacht hat: Ordnung und schneller Zugriff auf gespeicherte Dateien. Smooth blendet er über, wenn man eine andere Programmgruppe wählt. Das ist nett, aber auf Dauer lästig. Beim Programmstarten wird er dunkel zeigt er einen kleines „loading..“- Fenster. Für die Orte öffnet er Nautilus, anstatt Ordner und Dateien innerhalb des Launchers anzuzeigen – Letzteres hätte ich konsistenter und schöner gefunden.

Maximus ist ein kleines Tool, das im Hintergrund arbeitet, alle Fenster maximiert und die Fensterrahmen entfernt. Das ist äußerst nützlich auf dem winzigen Display des Eee, zumal ich noch kein Gtk-Theme gefunden hab, das Rahmen und Buttons wirklich kompakt darstellt.

Damit die Fenster noch bedienbar bleiben hat man das WindowPicker- Applet. Im Gegensatz zum normalen Gnome- Fensterwähler zeigt WP nur die Icons der Fenster an, lediglich das fokussierte Fenster wird mit Titel und Schließ-X angezeigt. In XFCE tut das Iconbox fast genauso gut, unter Gnome gab es soetwas bisher wohl nicht.

Das go-home-applet ist eher ein Clark Kent denn ein Superman. Außer, dass der Launcher wieder in Sicht kommt, wenn man es klickt, passiert nichts. Ein Show-Desktop-Applet gibt es aber schon länger.

Alles in allem macht das Tool-Paket einen ordentlichen Eindruck, zumal es ja immernoch 0.1er- Versionsnummern trägt. Die Arbeit hat sich Neil J. Patel gemacht. Dafür ein großes Dankeschön!

P.S.: Hier noch ein wichtiger Hinweis für alle, die das auch ausprobieren wollen: installiert nicht das Paket ume-config-netbook, wenn ihr keinen Intel Atom- Prozessor habt. Just Don’t!