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2011-05-18 | Elektromobilität

Elektromobilität ist gerade mal wieder in aller Munde, weil die Kanzlerin Millionen Elektroautos versprochen hat.  Ich habe gerade ein Interview mit einem Greenpeace-Experten gelesen und auch der kriegt es nicht auf die Reihe zu sagen, was Elektromobilität ist.

Elektromobilität ist nicht gleich Elektroauto.

Elektromobilität ist nicht neu.

Deswegen hier mal ein paar Beispiele:

E-Lok (seit 1879, hier ein E 94 von 1968)

ICE2 (1995)

Straßenbahn (in Cottbus seit 1903, hier ein Fahrzeug von 1928)

O-Bus

Hier mal ein Abriss der Geschichte der Elektromobilität:
Erste E-Lok: 1835, erste praktikable: 1879 (Siemens)
erste elektrische Straßenbahn 1881 in (wieder Siemens)
erster OBus: 1882 (nochmal Siemens)

Vielleicht sollte Frau Merkel mal nicht bei der Automobilindustrie nachfragen, wenn sie was über Elektromobilität wissen will…

In dem Sinne: „Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

2010-04-22 | Cottbuser Tram: Ausbau kann kommen

Der Straßenbahnausbau kann kommen! Zwischenergebnisse des Gutachtens geben den Befürwortern Recht. Vorstellung am 8. Mai 2010. Linie 1 zur Uni, Linie 2 zum Herzzentrum. Fahrzeugpool des Landes Brandenburg leider nur ein Aprilscherz.

historische Straßenbahn an der Haltestelle Ströbitzer WegDie LR berichtet, unter Berufung auf die rbb-Welle Antenne Brandenburg, dass das ProTram und den Bürgern erkämpfte Gutachten zur Machbarkeit des Straßenbahnausbaus erste Zwischenergebnisse bringt, die den Tram-Befürwortern recht geben. Der Ausbau kann sogar sehr rentabel sein.

Die Erschließung der Spremberger Vorstadt und des Herzzentrums durch eine Verlängerung der Linie zwei durch die Leipziger und Welzower Str. würde die beiden bisher stärksten Buslinien 13 und 16 ersetzen, die zusammen bisher ca. 1.5 Mio Fahrgäste im Jahr befördern (Jahr 2007 laut PTV-Studie). Dieser Ausbau ist besonders lohnend.

Die Linie 1 soll zu BTU verschwenkt werden. Wo und wie ist nicht ganz klar. Die Karte im LR-Artikel kann nur symbolhaft sein, weil dann die Straßenbahn quer durch die neue Bibliothek führe. eine Verlängerung der bestehenden Strecke durch die Karl-Marx-Straße wäre die naheliegendste Variante, allerdings nicht die einfachste. Von dort aus ließe sich einer Erweiterung zur Lagune, zum CottbusCenter sogar bis nach Sielow erreichen. Was das Gutachten dazu sagt, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Für die Details warten wir am besten auf die Vorstellung der Zwischenergebnisse am 8. Mai in der CottBusVerkehr-Geschäftsstelle. Im Rahmen des Tages der offenen Tür werden die Zwischenergebnisse um 12:30 Uhr und noch einmal um 14:30 Uhr vorgestellt.

So ein Streckenausbau geht natürlich nicht ohne Fahrzeuge. Cottbus hatte ja schon drei Tatra KT6NF nach Rüdersdorf verkauft, die erste davon geht nach Umlackierung derzeit in Betrieb. Um die Beschaffung neuer Züge kommt man also über kurz oder lang nicht herum. Die Meldung, dass das Land Brandenburg einen Pool von Straßenbahnfahrzeugen anlegt, aus dem die Städte sich dann bedienen können, war leider nur ein Aprilscherz. Die Vorteile beim Einkauf, bei der Wartung und der Personalschulung könnten die Kosteneffizienz der Tram zusätzlich steigern.

Und noch einen kleinen Surftipp hab ich: tram-cb.kilu.de/

2010-01-28 | Cottbus weist Bürgerbehren zur Straßenbahn ab

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

In ihrer gestrigen Sitzung hat die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung (StVV) das Bürgerbegehren der Initiative ProTram abgewiesen. Grund dafür ist ein Rechtsgutachten der Stadt, das belegen soll, dass das Bürgerbegehren formal Fehler enthält.

Die Abweisung ist ein Affront gegen die Cottbuser Bürger, gegen die Kommunalverfasssung und gegen die Demokratie.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid sind plebiszitäre Elemente, also Mittel des einfachen Bürgers, an politischen Entscheidungen teilzunehmen. Die zu strenge Auslegung von Formalitäten konterkariert aber genau diese Zielstellung, dem »kleinen Mann auf der Straße« ein Mittel an die Hand zu geben. Ein Bürgerbegehren, das nur mit einem Team fähiger Anwälte und der Bereitschaft, vor Gericht zu ziehen, durchzuführen ist, ist kein Bürgerbegehren mehr. Vielleicht sollte es dann Anwaltsbegehren heißen.

Als zusätzliche Frechheit schmücken sich nun der Oberbürgermeister Szymanski und die StVV mit den Früchten der Initiative, danken brav und artig den Bürgern für Ihren Einsatz und verteilen daraufhin die Watschn. Das Bürgerbegehren wird abgelehnt. Man begrüßt natürlich jede weitere Initiative. (»Tritt den Fußball, Charlie Brown!«)

Zur Information noch die Begründungen der Ablehnung im Detail:
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2009-11-25 | Cottbus verkauft schonmal die Straßenbahnen

Die Initiative ProTramCottbus hat gerade 11.500 Unterschriften dafür gesammelt, dass die Stadt ein neues Verkehrsgutachten erstellen lässt, in dem die Straßenbahn überhaupt eine Chance bekommt. Die Cottbuser Piratenpartei hat die Initiative dabei tatkräftig unterstützt.

Derweilen verkauft Cottbusverkehr schon mal die Straßenbahnzüge, wie die Märkische Oderzeitung berichtet. Drei Züge der nicht einmal 20 Jahre alten Tatrabahnen gehen an die Schöneiche-Rüdersorfer Straßenbahn. Da können sie nochmal 20 Jahre fahren. Ich vermute, das sind Bahnen, die durch die Stilllegung der Strecken nach Schmellwitz-Anger und Jessener Straße nicht mehr benötigt werden. Dass man damit den Takt auf den anderen Strecken verdichten könnte, kommt natürlich niemandem in den Sinn. Oder will man für Cottbus neue Züge kaufen?

Cottbuser Straßenbahn – Elektromobilität seit 1903.

2009-07-10 | Bürgerbegehren zur Tram startet in Cottbus

Es ist soweit: in den nächsten Tagen werden Unterschriften für den Erhalt der Cottbusser Straßenbahn gesammelt. 8.500 Unterschriften müssen zusammenkommen, es einen Volksentscheid geben kann. Wer auch immer angesprochen wird, möge das Begehren unterstützen! Es snd nur 8 Wochen Zeit.

Hintergrundinformationen: Die Cottbusser Stadtverordnetenversammmlung (StVV) hat ein Verkehrskonzept bis 2020 beschlossen, in dem der langsame Tod der Tram festgeschrieben ist. Erst wird die Linie 1 gestrichen. Da dann die Fahrgastzahlen sinken werden, scheint die Streichung der restlichen Linien vorprogrammiert. Das Bürgerbegehren soll diesen Beschluss jetzt revidieren. Initiiert wurde er von der CDU-Fraktion der StVV — in der Lokalpolitik ist manches scheinbar verkehrtherum.

Cottbus hat sich in den letzten 20 Jahren grundlegend gewandelt. von den einst 130.000 Einwohnern haben viele die Stadt verlassen, zumeist auf Suche nach Arbeit, in den Plattenbausiedlungen wird »rückgebaut«. Die Linienführung der Straßenbahn orientiert sich an Gegebenheiten, die vor 20 Jahren in der DDR herrschten. Heute sieht vieles anders aus, alles was in Cottbus seit der Wende entstanden ist, ist nicht an die Tram angeschlossen. Universität und Fachhochschule, Spaßbad Lagune, die großen Einkaufszentren am Stadtrand. Der Tourismus –zu DDR-Zeiten in Cottbus kaum ein Thema– könnte von einer Wiederbelebung der Spreewalbahn als Überlandstraßenbahn profitieren. Aber dafür muss man ein Verkehrskonzept erstellen, das den Namen verdient und nicht mit dem Rotstift geschrieben wurde.

Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob man die Straßenbahnen nicht ganz und gar kostenlos anbietet. ÖPNV ist ohnehin hochsubventioniert. Wenn man für den winzigen Preis von ein paar wegfallenden Fahrkartenverkäufen eine Verzahnfachung der Fahrgastzahlen und damit mehr Landeszuschüsse bekommen könnte, dann sollte man das nicht als post-sozialistische Utopie abtun. Man schaue lieber einmal nach Templin. Dort funktioniert das schon!