Artikel mit ‘rant’ getagged

2010-07-06 | Cisco suxx ..

Cisco geht mir auf die Ketten. Ist ein IP-Phone erstmal verkauft, interessiert Cisco der Nutzer noch genau NULL. Es sei denn, er hat ein teures Service Agreement. Jaja, ich schreib in letzter Zeit scheinbar nur noch Aufreger-Posts .. aber ich hab viel zu tun und da bleibt dann nur noch zum ranten Zeit :)

mein Cisco 7970GIch hab ein wunderhübsches Cisco 7970 in die Finger bekommen. Saugeiles Nerd-Spielzeug. Farb-Touchscreen. Java-basiert. Was damit nicht alles machen könnte – Twitter-Stream, Wetter, „Sie haben Post“ .. ähm .. telefonieren, den nächsten Callcenter-Fuzzi mal fragen, ob man das Gespräch zu Zwecken der Qualitätssicherung aufzeichen dürfte… Echt mal ein Grund, beim nächsten Telefonvertrag mal auf ’ne richtige ISDN-Leitung zu verzichten. Meinem guten alten ISDN-Telefon (tiptel 195) geht die Puste aus, man hört am Hörer kaum noch den Teilnehmer. Aber vielleicht werde ich auch nur alt und taub.

Dann stellt ich heraus, dass das Cisco-Ding mit der Standard-Firmware kein SIP beherrscht. Für die nicht Eingeweihten: das ist die Technik, die heute jeder als Voice-over-IP / Internettelefonie bei Arcor, Telekom und Co verkauft bekommt. Cisco verkauft lieber proprietäre Technologie – SCCP alias „Skinny“ mit „CallManager“ – eine Software, die einzeln mal eben 250$ kostet. Das hab ich schon mit dem Cisco-VPN-Client an der Uni so ähnlich durch. Linux steht beim Support unter „ferner liefen“ und mit Handys ist man ganz aus dem Rennen. Da zeichnet sich doch für mich eine Unternehmensstrategie ab: Kunde kauft wie gesehen, danach ist er uns egal.

OK, es gibt eine SIP-Firmware für das Gerät. Runterladen, installieren und fertig. Denkt man. Beim Tiptel habe ich das Firmwareupdate noch als EPROM-Baustein geschickt kommen und eingebaut. Was sich Cisco ausgedacht hat ist nur wenig komplizierter. „Lieber Kunde, Sie bekommen die Firmware nicht. Sie haben keinen Wartungsvertrag. Wir verraten ihnen gern, wie sie einen solchen Wartungsvertrag bekommen.“ Ich will keinen Wartungsvertrag, ich will die Firmware. Und spielen.

Morgen gehe ich auf Raubzug in der Piratenbucht oder so. Das Cisco-Prozedere tu ich mir nicht an. Cisco, ihr habt das Gerät verkauft, ihr hattet euren Umsatz. Wer kein Gerät hat, kann mit der Firmware eh nix anfangen. Was soll also der Geiz? Wenn man wenigstens irgendwo sie Seriennummer des Gerätes angeben könnte um Cisco zu überzeugen, dass man ein Anrecht darauf hat, dann könnte ich es gerde noch verstehen – obwohl es Cisco auch nix angeht, welches Gerät bei mir zu Hause steht. Es ist ja schließlich kein Waffe, deren Besitz registriert werden muss.

Tiptel kann das besser. Dokumentation, Treiber, Software – alles zum freien Download auf einen Klick. Ich muss mal schauen, ob Tiptel coole IP-Telefone im Angebot hat.

[Edit] ein Foto dazu und die schlimmsten Tippfehler korrigiert.

2010-04-30 | pulseaudio rant

so, jetzt hab ich die Schn**z* voll. it’s official: pulseaudio sucks! 3 Tage versuch ich schon was Vernünftiges hinzubekommen. Lucid Lynx scheint das Problem auch nicht zu lösen, was ein Boot des LiveUSB zeigte.

Es ist nicht möglich mit PA in Ubuntu karmic ein 5.1-Audiosystem zu betreiben. Es geht nicht. Die Anforderungen sind doch eigentlich ganz einfach: Stereo-Signale sollen auf 5.1 upgemixt werden, damit aus allen Boxen Sound schallt. Und wenn ein 5.1-Signal, z.B. von einer DVD kommt, dann soll das einfach an die Boxen durchgereicht werden.

Was man hinbekommt ist ein Upmix, aber der steht dann der korrekten 5.1-Wiedergabe im Weg: Jede DVD klingt zerhackt, der Sound springt im Halbsekundentakt von links nach rechts und zurück. Wer weiß, ob sich nicht irgendwelche Signale beim Mixen Gegenseitig auslöschen ..

speaker-test -Dplug:surround51 -c6
Alsa funktioniert, ist auf 6-Kanäle eingestellt und die Zuordnungen stimmen. Dabei hab ich bemerkt, dass die Box hinten rechts einen Wackelkontakt hat.

Pulseaudio ändert an den ALSA-Mixer-Einstellungen ständig herum. Wenn man in den Audioeinstellungen das „Verbindungsglied“ 5.1-Sound auswählt, mutet Pulse Surroundboxen, Center und Subwoofer. WTF? Die Verbindungsglieder scheinen die Konfigurationen aus /usr/share/alsa/pcm zu sein. wenigstens das habe ich herausgefunden. Ändern mag ich an denen nix. Ich seh da nämlich nicht wirklich durch.

Wer braucht denn eigentlich Pulseaudio? Wozu? Die Versprechungen sind groß.
* eigene Lautstärkeregler für jede Anwendung – mhm .. die Programme die Sound ausgeben haben eh schon eigene Regler – Nix neues. Die scheren sich auch nicht um Pulseaudio.

* Anwendung auf ein anderes Soundgerät umleiten naja, das macht man sicher nicht dauernd, aber die Zahl der Audiogeräte nimmt ja zu (HDMI, BT-Headsets usw.) Nur mit welchen Tool kann ich das machen? Alle Zeigen mir nur an, welche Anwendungen etwas ausgeben. Ändern kann ich da gar nichts. (Diese Funktionalität würde eigentlich ans Fenster der Applikation gehören, in das Fenstermenü in der linken oberen Ecke.)

* Netzwerktransparente Audiogeräte ich kann mir dafür zwei Szenarien vorstellen: gleicher Ton auf allen Rechnern in einem Netz, z.B. zur Beschallung größerer Räume oder Wohnungen. Oder Virtual Machines, denen man das Sounddevice des Managment-Hosts zur Verfügung stellt, damit sie ihren Sound zum Verwalter ausgeben können, aber dafür gibt’s auch andere Lösungen. Beides keine alltäglichen Szenarien, nichts für den normalen Desktop-Nutzer.

* all den kram mit low-latency mixen macht ALSA auch schon. Pulseaudio kommt obendrauf, kann also eigentlich nur langsamer sein. ALSA läuft im Kernel kann eigentlich auch nur schneller sein.

* mehrere Audioquellen und -Senken gleichzeitig. mhm .. geht mit alsa genauso seit dem es dmix gibt – also seit Jahren.

* wo bleibt bei Pulse der Gedanke an die etwas Leistungsschwächeren älteren Rechner? Auf den sollte Linux doch immer laufen. Pulseaudio ist da ein Killer.

* wo gibt’s ne ordentliche Dokumentation? First Steps jagt den Anfänger auf ne Kommandozeile, Perfect Setup geht schon von funktionierendem Pulse aus und beschäftigt sich nur mit den Applikationen die man für Pulse fit machen muss.

Pulseaudio, irgendwann mal als PolypAudio gestartet, wollte damals existierende Probleme lösen .. heute ist es überflüssig. Ubuntu und Gnome sollten sich drauf stürzen, ein einfaches Konfigurationstool für ALSA zu bauen, statt einen Soundserver einzubauen. Schafft PA endlich ab! Es gehört nicht auf ein Standardsystem.

Wer ne funktionierende Konfiguration für nforce2-Onboardsound hat, darf gern kommentieren.

2009-08-22 | 9/11 und andere Verschwörungen

.. boah gehen mir diese Idioten auf den Sack. Sorry. Auf den Beutel. Zu faul oder zu unfähig, selbst zu denken.

Gerade bin ich das erste Mal über das Paper von einem Dr. Harrit gestolpert, der im Staub des WTC angeblich Spuren von Nanothermit gefunden hat und damit beweisen will, dass die Türme und Gebäude 7 gesprengt wurden. Dabei fallen mir auf Anhieb ein paar Dinge auf, die ihn unglaubwürdig erscheinen lassen.

  1. Dr. Harrit ist selbst von der Sprengung überzeugt und damit nicht Objektiv,
  2. Es wurden nur 4 Proben untersucht, es gibt keine Vergleichsproben,
  3. Die Proben sind sämtlichst durch die Hände von Prof. Steven Jones gegangen, der als einer der führenden Verschwörungstheoretiker in sachen 9/11 gilt,
  4. Mindestens einer der 4 privaten Staubsammler ist selbst Verschwörungstheoretiker,
  5. Unterschiedlich schwere Partikel werden unterschiedlich weit getragen, die zusammensetzung der 4 Staubproben müssten sich unterscheiden, da sie in unterschiedlicher Entfernung zum WTC gefunden wurden.
  6. Fast alle Maßstäbe in dem Paper sind im Mikrometerbereich (10-6m), also nichts mit Nano(10-9m)-Thermit. Der Unterschied ist Faktor 1.000.
  7. Die vorgezeigten Plättchen von Aluminium sind scharfkantig, also eher durch Zerkleinerung großer Partikel entstanden. Noch ein Indiz gegen Nanotechnologie.

Mir sind das schon zu viele Ungereimtheiten, um Harrit noch ernstzunehmen. Und so geht es mir mit vielen angeblichen Verschwörungen:

  • Die Amerikaner waren 1969 auf dem Mond! Die Sowjets hätten schon geschrien, wenn nicht.
  • Es gibt keine jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung.
  • Freimaurer sind bessere Kegelclubs und nicht die Weltenlenker.
  • 23 ist der Vorgänger der 24 und Nachfolger der 22 und damit eine natürliche Zahl wie jede Andere.
  • Die Protokolle der Weisen von Zion sind eine Erfindung

Nur zwei Sachen glaube ich: Bielefeld existiert wirklich nicht und am 11. September wurde Flug 96 abgeschossen und man war zu feige, diese kalt kalkulierte Maßnahme hinterher einzugestehen.

Wie gesagt, ich glaube. Ich meine nicht, irgendwelche Beweise dafür zu haben oder jemanden davon überzeugen zu müssen. Viele Grüße nach Bielefeld an 3Dsupply, die T-Shirts sind angekommen. Lasst euch von IHNEN nicht unterkriegen!

2009-08-01 | Kommentarspammer nerven!

Echt eyh! Lasst doch endlich den Müll ihr SEOs, ihr Suchmaschinen-Optimierer. Es nützt nichts. Niemand will Kommentare wie „Guter Ansatz – denke auch in diese Richtung“ oder „It’s a pity that people don’t realize the importance of this information.“ Die haben keinen Bezug zum Blogpost und zeugen nur davon, dass der Artikel ganz offensichtlich NICHT gelesen wurde. SEOs, lernt es endlich: nur Qualität und Inhalte bringen eine Seite dauerhaft nach vorn. Googles Pagerank beachtet Links in Kommentaren ohnehin nicht.

Warum gibt jemand, der nach seiner IP-Adresse in der Uni von Bangkog sitzt, eine österreichisches Karriereportal als Homepage an? Doch nur, damit ein Link zu dieser Webseite auftaucht. Wörtlich gleichlautende Kommentare finden sich überall in Blogs: dreisamblog, infopirat, Ein Fußball-Blog, Musik-Schmidt und sogar in einem Blog, das nicht annähernd auf deutsch ist und dessen Kommentare von Casino-Werbung nur so sprudeln: mintkei. Ist das Koreanisch?

Liebe Blogger, lasst euch nicht nicht von Floskeln täuschen und akzeptiert diese Nullkommentare nicht aus Eitelkeit.

2009-06-09 | Andrew Keen nutzt die Stunde der Stümper

Der Bibliothekscomputer spuckte mir zum Schlagwort »Semantic Web« nicht besonders viele Veröffentlichungen aus – viel Web2.0-Kram. Aber darunter war auch ein Eintrag, der wohl kein Fachbuch war: Andrew Keens »Die Stunde der Stümper« (engl. »The Cult of the Amateur«). Der Untertitel »Wie das Internet unsere Kultur zerstört« steht nicht auf dem Deckel. sonst hätte ich es vielleicht nicht mitgenommen. Aber so wollte ich etwas für meine Bildung tun, über den Tellerrand schauen, meine Softskills anwenden – was man Studenten heute eben so beibringt.

Keen kritisiert das moderne Internet mit seinem user-generated-content. Wikipedia und YouTube sind ihm ein Dorn im Auge. Der Tenor ist einfach: im Internet sind nur Amateuere unterwegs und sie alle sind Dilletanten. In der realen Welt sind alle Profis und machen deswegen alles besser.

Er zitiert das Oxford English Dictionary – (gut und richtig, weil von 16 professionellen Lexikografen gemacht) – und da steht, das ein Amateur jemand ist, der etwas unentgeltlich, als Hobby, einfach gern macht. Klar, der Begriff kommt ja aus dem französischen und heißt wörtlich »Liebhaber«. Im EOD steht dann aber auch, dass Amateur auch abwertend für Dilletant gebraucht wird. Und damit hat Keen sein Fressen gefunden. Damit ist für ihn der Beweis erbracht, dass Amateure alles Stümper sind, keine Befähigung zu dem haben, dass sie da tun. Keine Ausbildung, keine Abschlüsse, kein Geld – ergo keine Qualität.

Ganz im Gegesatz dazu sieht er die Profis: Gut ausgebildet, verantwortungsvoll, angefüllt mt Stolz auf Ihren Berufsstand, integer. Als Beispiel präsentiert er die Ärzte. Nur Beispiele sind keine Beweise und spätestens bei den Journalisten ist es vorbei damit. Journalist darf sich jeder nennen – egal wie er ausgebildet ist. Jeder darf damit seinen Lebensunterhalt vedienen und genau so sieht die Medienlandschaft heute in Deutschland aus. Gegen das Persönlichkeitsrecht zu verstossen ist kein investigativer Journalismus. Sich kaufen zu lassen und genehmen Politikern ein nettes Interview zu schenken ist nicht unabhängig und überparteilich.

Andrew Keen hat zwar recht damit, dass es auf Youtube jede Menge schlechter, belangloser Videos gibt – Niedliche Hunde, fallende Kinder usw. Er tut aber so, als gäbe es das im Fernsehen nicht. Dort heißt es dann „America’s funniest Homevideos“. Die guten Videos erwähnt er nicht.

Im Internet kann jeder schreiben, was er für die Wahrheit hält – Wikipediaartikel kann jeder editieren. Das lässt sich misbrauchen und dieser Misbrauch wird auch versucht – z.B. können sich Firmen positiver darstellen, als sie sind. Andrew tut nun aber wieder so, als gäbe es dazu kein Äquivalent im RL: gekaufte Beiträge in Tageszeitungen sind aber an der Tagesordnung. Den Wikipediaeintrag kann man korrigieren, die Tageszeitung ist raus und unveränderlich. Wie wünschte ich mir, ich könnte so manchen Bild-Artikel korrigieren.

Verschwörungstheorien, Mystizismus, politisch motivierte Fehlinformation und Geschichtsklitterei, offene und versteckte Werbung, Manipulation – all das gibt es doch nicht erst seit dem Web2.0. Das sind doch alles keine Erfindungen des Silicon Valley. Das kommt aus Hollywood, New York, Washington, Berlin, Hamburg, Köln oder wo auch immer Medien, Witschaft und Politik gemacht werden.

Ich hab Keens Machwerk bis Seite 47 gelesen und mag erstmal nicht weiterlesen. Herr Keen möge mal erkennen, dass Amateur und Profi sich nur in ihrer Motivation unterscheiden, nicht in der Qualität ihres Tuns. Der Amateur tut es aus Liebe, der Profi für’s Geld. daraus abzuleiten, einer von beiden täte es besser, ist einfach nur falsch. (nicht »diskussionswürdig« oder »nicht ganz korrekt«. Nein. Einfach nur falsch)

[Update] btw. der Typ schreibt selbst einen Blog, twittert und scheint ein Apple-Fanboy zu sein – er hält Steve Jobs für einen Revolutionär. Naja, Ansichtssache. Sein Buch hat er auch geschrieben, obwohl er kein ausgebildeter Schriftsteller ist. Er ist wohl sein eigenes Gegenbeispiel. Kurz und Gut, der Mann ist ein Troll. und ich hab ihn hiermit gefüttert. Verdammt.