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2013-01-17 | Bezahlfernsehen ist die Zukunft !?

Alle bezahlen Alles! Sofort! Sonst gibt’s Fernsehverbot! So oder so Ähnlich scheinen sich die Medienmacher in Deutschland den Umgang mit den Zuschauern zu wünschen – hier aus gegebenem Anlass mal eine kleine Sammlung von Aufregern:

Die GEZ – Wer bisher nur die GEZ-Radiogebühr (oder für neuartige Rundfunkempfangsgeräte) bezahlt hat, muss mit dem neuen GEZ-Beitrag jetzt mehr bezahlen. Auch wer vorher gar nichts bezahlte, weil er einfach keine Geräte hatte, ist jetzt fällig und im Visier der GEZ, deren Schnüffelei jetzt unvermindert, ja sogar verstärkt weitergeht. ARD und ZDF machen fleißig Werbung und positive Stimmung für den „neuen“ Beitrag. Mit Mehreinnahmen rechnet angeblich niemand ..

(Anm.: Ich finde gebührenfinanziertes Radio und Fernsehen richtig – allerdings geht das auch für weniger Geld – und davon müsste auch ein größerer Teil bei den Schaffenden ankommen. Dafür könnte man den einen oder anderen Kanal einsparen und ein paar weniger Rosamunde-Pilcher-Filme produzieren)

Aber auch im privaten Lager sieht es nicht besser aus: Stichwort HD+. Wer die privaten Programme in HD sehen will, muss dafür bezahlen – über die Kabelgebühren und den Beitrag hinaus, den man ohnehin schon über die Werbung und den zugehörigen Preisaufschlag bei den beworbenen Produkte bezahlt. So machen die Sender ihr Ramschprogramm zum Pay-TV. Ein besseres Bild hat man nur bei den immer seltener werdenden Filmen und einzelnen Eigenproduktionen. Das restliche Programm kommt auch über HD+ nur in alter, niedriger Auflösung. Dafür muss der Konsument dann ein zertifiziertes Gerät benutzen, das vielen Einschränkungen unterliegt – manchmal nicht Aufnehmen, nicht Vorspulen, kein Timeshift, keine Kopie, um mal eine Aufnahme weiterzugeben.

Die letzte Möglichkeit , ohne laufende Kosten (ausgenommen GEZ) Fernzusehen, ist DVB-T. Allerdings gibt es noch lange nicht überall die Privaten Sender – und wie’s aussieht, wird es diese auch nie geben: RTL steigt aus DVB-T aus, angeblich sei es zu teuer, aber eigentlich ist es wohl nur zu kostenlos. Berufskraftfahrer und Laubenpieper werden sich bedanken. Vom Programm wollen wir lieber gar nicht erst anfangen – die Privaten haben sich selbst ein Zitronenproblem eingebrockt.

Dagegen ist der Mietvertrag mit eingebautem Kabelfernsehen fast schon ein alter Hut. Wem DVB-T reicht, der möchte vielleicht die Kabelfernsehgebühren sparen. Das kann er in vielen Fällen allerdings nicht. Warum zahlt man eigentlich überhaupt noch Kabelgebühren? Die Sender zahlen doch schon für die Einspeisung – warum kassieren die Kabelfirmen an beiden Enden ab?

Fazit: Man zahlt doppelt und dreifach – GEZ sowieso, beworbene Produkte, Kabelgebühren, Internetanschlüsse, HD+-Strafzoll – und man hat dafür noch nicht einen zusätzlichen Sender bekommen. Ein Fall für den Verbraucherschutz – Ihr Auftritt, Frau Aigner!