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2010-01-28 | Cottbus weist Bürgerbehren zur Straßenbahn ab

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

In ihrer gestrigen Sitzung hat die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung (StVV) das Bürgerbegehren der Initiative ProTram abgewiesen. Grund dafür ist ein Rechtsgutachten der Stadt, das belegen soll, dass das Bürgerbegehren formal Fehler enthält.

Die Abweisung ist ein Affront gegen die Cottbuser Bürger, gegen die Kommunalverfasssung und gegen die Demokratie.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid sind plebiszitäre Elemente, also Mittel des einfachen Bürgers, an politischen Entscheidungen teilzunehmen. Die zu strenge Auslegung von Formalitäten konterkariert aber genau diese Zielstellung, dem »kleinen Mann auf der Straße« ein Mittel an die Hand zu geben. Ein Bürgerbegehren, das nur mit einem Team fähiger Anwälte und der Bereitschaft, vor Gericht zu ziehen, durchzuführen ist, ist kein Bürgerbegehren mehr. Vielleicht sollte es dann Anwaltsbegehren heißen.

Als zusätzliche Frechheit schmücken sich nun der Oberbürgermeister Szymanski und die StVV mit den Früchten der Initiative, danken brav und artig den Bürgern für Ihren Einsatz und verteilen daraufhin die Watschn. Das Bürgerbegehren wird abgelehnt. Man begrüßt natürlich jede weitere Initiative. (»Tritt den Fußball, Charlie Brown!«)

Zur Information noch die Begründungen der Ablehnung im Detail:
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2009-07-10 | Bürgerbegehren zur Tram startet in Cottbus

Es ist soweit: in den nächsten Tagen werden Unterschriften für den Erhalt der Cottbusser Straßenbahn gesammelt. 8.500 Unterschriften müssen zusammenkommen, es einen Volksentscheid geben kann. Wer auch immer angesprochen wird, möge das Begehren unterstützen! Es snd nur 8 Wochen Zeit.

Hintergrundinformationen: Die Cottbusser Stadtverordnetenversammmlung (StVV) hat ein Verkehrskonzept bis 2020 beschlossen, in dem der langsame Tod der Tram festgeschrieben ist. Erst wird die Linie 1 gestrichen. Da dann die Fahrgastzahlen sinken werden, scheint die Streichung der restlichen Linien vorprogrammiert. Das Bürgerbegehren soll diesen Beschluss jetzt revidieren. Initiiert wurde er von der CDU-Fraktion der StVV — in der Lokalpolitik ist manches scheinbar verkehrtherum.

Cottbus hat sich in den letzten 20 Jahren grundlegend gewandelt. von den einst 130.000 Einwohnern haben viele die Stadt verlassen, zumeist auf Suche nach Arbeit, in den Plattenbausiedlungen wird »rückgebaut«. Die Linienführung der Straßenbahn orientiert sich an Gegebenheiten, die vor 20 Jahren in der DDR herrschten. Heute sieht vieles anders aus, alles was in Cottbus seit der Wende entstanden ist, ist nicht an die Tram angeschlossen. Universität und Fachhochschule, Spaßbad Lagune, die großen Einkaufszentren am Stadtrand. Der Tourismus –zu DDR-Zeiten in Cottbus kaum ein Thema– könnte von einer Wiederbelebung der Spreewalbahn als Überlandstraßenbahn profitieren. Aber dafür muss man ein Verkehrskonzept erstellen, das den Namen verdient und nicht mit dem Rotstift geschrieben wurde.

Man sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob man die Straßenbahnen nicht ganz und gar kostenlos anbietet. ÖPNV ist ohnehin hochsubventioniert. Wenn man für den winzigen Preis von ein paar wegfallenden Fahrkartenverkäufen eine Verzahnfachung der Fahrgastzahlen und damit mehr Landeszuschüsse bekommen könnte, dann sollte man das nicht als post-sozialistische Utopie abtun. Man schaue lieber einmal nach Templin. Dort funktioniert das schon!

2009-06-25 | auf Cottbusser Stadtverordnetenversammlungen ist richtig was los …

Gestern abend hat hat sich doch glatt ein älterer Herr erdreistet, den Cottbusser Oberbürgermeister mit einem rohen, wenn auch nicht faulen Ei zu bewerfen. dabei rief „Wir sind das Volk“ und verfehlte den OB Szymanski.

Grund war die Zustimmung zum neuen Verkehrskonzept, das die Straßenbahn in Cottbus zwar erhalten, aber auf 3 Linien einkürzen will. Der Eierwerfer ist ein bekannter ProTram-Aktivist.

Währenddessen kündigt die CDU ein Bürgerbegehren gegen das Konzept an. Dafür müssen in nächster Zeit 8500 Unterschriften gesammelt werden.

Wenn auch das Ei sein Ziel verfehlt hat, so verfehlt die Aktion ihr Ziel nicht: Aufmerksamkeit der Medien.