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2010-10-15 | Cottbus verschlampt Auskunftssperren

Obwohl ich beim letzten Opt-Out-Day der Weitergabe meiner Meldedaten widersprochen habe, hat die Stadt Cottbus fleißig weiter Auskünfte erteilt. Oder hätte – man weiß ja nicht, was mit den eigenen daten geschieht.

Ich hab mich neulich umgemeldet, da ich umgezogen bin. So macht man das ja als braver Deutscher. Dabei habe ich auf dem Meldeformular ein Feld gesucht, wo ich der Weitergabe meiner Daten widersprechen kann. Überraschung: das gibt es nicht.

Ich frage also die Sachbearbeiterin im Stadtbüro, wie ich denn der Weitergabe meiner Daten widersprechen könne. Daraufhin zieht sie ein Formular aus dem Drucker, das ich schon kenne — von unserem Opt-Out-Day. Ich grinse.

Dann bemerkt die Dame, dass meine Begleiterin schon eine Auskunftssperre eingerichtet hat und schaut sicherheitshalber bei meinen daten nach. Ich lasse schon den Stift fallen, da sie mir wohl gleich sagen wird, dass auch meine Auskunftssperre schon besteht.

Aber diese kleine Anekdote wäre keinen Blogeintrag wert, wenn nicht alles anders käme.  „Nein,“ sagt die Sachbearbeiterin „bei Ihnen ist keine Auskunftssperre eingetragen.“ Ich unterschreibe flink das Formular und hoffe, dass es diesmal mit der Sperre klappt. Ich will nämlich keine Post von Auskunfteien, Religionsgemeinschaften oder Parteien und bis mir der Bundespräsident zum 100. Geburtstag gratulieren kann, ist es noch ein Weile hin. Und das Ganze schon gar nicht für Adresssammler online abrufbar halten.

Zum Abschluss frage ich die Dame vom Stadtbüro, ob Sie die Leute auch immer darauf hinweist, dass sie die Möglichkeit haben, der Datenweitergabe zu widersprechen. Da bekam ich nur ein lapidares „Nein.“ mit einem Unterton, der mir sagen wohl sollte „Wieso sollte ich überhaupt?“.

Da wird wohl wieder ein neuer Opt-Out-Day fällig, an dem wir die Leute Aufmerksam machen. Und diesmal kontrollieren wir nach!