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2008-07-16 | intel Atom – ein ungeliebtes Kind?

wie golem.de berichtet, macht intel- Chef Otellini den intel Atom madig. Der ist ja nun bekanntlich der Prozesor der Wahl für unsere Netbooks und wird in Massen verbaut. Otellini wird zitiert, Er würde ihn nicht benutzen wollen und ernsthafte Anwendungen wären damit sowieso nicht möglich.

Woher kommt eine solche Einstellung? Der oberste Verteidiger der intel- Produkte schätzt einen Verkaufsschlager seines Unternehmens gering? Das lässt auf Probleme mit dem Produkt schließen. Die Testkapazitäten reichen nicht aus – das gibt er zu.

Aber ich glaube, es gibt da mehr. Möglicherweise ist die Ausbeute nicht hoch genug, so dass intel wenig oder gar nicht am Atom verdient.

Viel wahrscheinlicher ist, dass der Atom eine zu starke Konkurrenz zu Produkten aus dem eigenen Haus ist. 90% der Notebook- Käufer brauchen nicht wirklich mehrere Kerne und TerraFlop auf dem Schreibtisch. Der intel- Chef verkennt, dass die „ernsthaften Anwendungen“ für 90% der Nutzer Mail, Web, Office und Chat sind. Dafür reichen Prozessoren der letzten und vorletzten Generation. Wer macht denn schon Bildbearbeitung ernsthaft? Für die paar roten Augen reicht der Atom, schließlich haben wir schon vor 10 Jahren auf 233MHz- PII professionelle Bildbearbeitung gemacht.

Der intel Atom führt den Benutzern vor Augen, dass die Rechenleistung moderner Systeme mehr als ausreicht und die Killerapplikation für 4 Kerne @ 3GHz (noch) nicht existiert. Windows Vista und HD- Filme haben da ja einen Anfang gemacht, aber die Notwendigkeit sehen erst Wenige ein.

Wenn intel diesen Markt nicht will, wird sich VIA freuen, obwohl ich erstaunt bin, dass noch nicht mehr Produkte mit dem neuen VIA nano- Prozessor angekündigt sind.

Man könnte den Atom, die Netbooks und Nettops als das Wii- Prinzip für Computer verstehen. Auf Höchstleistung ist gepfiffen, solange es das tut, was es soll. Die Wii macht Spaß und mein Netbook ist mobil.