Autorenarchiv

2015-12-05 | Junge Union Brandenburg – in Drogenpolitik durchgefallen

Die JU hat eine Presseerklärung herausgegeben, in der Sie fordert, dass Crystal Meth nicht legalisiert werden darf [Achtung, der Link geht zur JU, dort bitte nur mit starken Nervenkostüm weiterlesen]. Herzlichen Glückwunsch liebe JU, nicht nur PISA-Studien decken auf, dass verstehendes Lesen in Deutschland ein aussterbendes Handwerk ist.

In dieser Presseerklärung entblödet sich die JU Brandenburg mal wieder nicht, ihr profundes Unverständnis von auch nur irgendeinem Thema unter Beweis zu stellen.

Niemand hat die Legalisierung von Crystal gefordert. Gefordert hatte Frank Tempel von der Partei „Die Linke“ die Legalisierung eines Ersatzstoffes für die Therapie – ähnlich wie Methadon für Heroinabhänginge. Vielleicht sollte man nicht nur die Artikel-Brocken in der Lausitzer Rundschau lesen

Crystal Meth ist eine Gefährliche Droge, die hochgradig körperliche Abhängigkeit erzeugt. Hier jetzt Cannabis und die Forderung nach dessen Legalisierung – u.a. als Medikament – soll wohl eine Gleichsetzung dieser sehr Unterschiedlichen Substanzen bewirken.

Das Weltbild von JU und Lavo Brüning zeigt sich auch sehr deutlich in den Forderungen: Das böse kommt von draußen, fiese dunkle tschechische Methküchen und wir müssen eigentlich nur die Grenzen dicht machen und schon ist wieder alles in Butter m)

Mit ein wenig ökonomischen Wissen kann man darauf kommen, dass man Drogenmärkte am Besten bei der Nachfrage austrocknet, z.B. indem man abhängigen eine Therapiemöglichkeit bietet. Auch muss man sich fragen, warum so viele Menschen in Deutschland zu starken, billigen Drogen greifen – Meth ist die Droge einer verarmten Unterschicht! Willkommen bei den Ergebnissen der Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte.

Unbelassen ist die Forderung nach mehr Personal und Mittel für die Polizei nicht falsch – nur nicht aus den genannten Gründen. Man kann auch mit legalen Ersatzstoffen noch Polizeiarbeit gegen illegales Crystal Meth betreiben. Allerdings zeigt der „Erfolg“ der letzten Dekaden im Kampf gegen Drogen, dass dieses Mittel ungeeignet ist.

Wenn man eine Substanz – sei es Alkohol oder eine andere Droge – dann schafft man mit dem Verbot einen Markt, auf dem nur Kriminelle sich tummeln. Mit dem Geld aus Drogenhandel finanziert sich das organisierte Verbrechen, der internationale Terror und augenscheinlich Amerikanische Geheimdienste. Das Verbot von Alkohol hat Al Capone groß gemacht.

* ein ähnlich lautender Text von mir findet sich als Kommentar findet sich unter der Meldung bei Niederlausitz aktuell.

Warum ich nach so langer Zeit wieder hier etwas schreibe? Die JU Brandenburg und insbesondere diese von Unkenntnis gezeichnet Meldung haben mich aufgeregt und der Kommentar wurde schnell sehr lang, so dass ich einen Artikel daraus machen musste.

Andere Aufreger von der JU Brandenburg?

* Grunderwerbssteuer ist doof – die zahlen nämlich die kleinen Leute, wenn sie sich ihr tägliches Stück Land kaufen m)
* Berufsausbildungen haben ein schlechtes Image – WTF? Schlechte Berufschancen, Schichtarbeit, schlechte Bezahlung, regelmäßige Bedrohung von Arbeitslosigkeit, Leiharbeit, Lohndumping sind Realität und kein schlechtes Image. Und wer nach Ausbildung noch studieren will, bekommt kein Bafög!
* Streiken ist doof, wenn‘ wehtut.
* Die Lausitz muss abgebaggert werden – das haben wir schließlich schon immer so gemacht. Denkt denn keiner an die Kinder!!! Und die Arbeitsplätze!!1111

boah, die haben eine Weltsicht wie Alfred Tetzlaff.

2015-01-26 | Motorola Moto G als Ersatzgerät

Ich schreib mal wieder was! Mein Galaxy S4 ist seit heute 19:00 in der Reparatur und ich habe ein Moto G als Leihgerät bekommen. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Das Android schlanker und aktueller, Bluetooth4 LE funktioniert. Nur der Speicher ist knapp.

Ich hatte mir vor ca. einem halben Jahr ein neues Telefon gegönnt, nachdem ich fast vier Jahre mit meinem alten Galaxy SPlus ganz giut gefahren war. Auch dank Cyanogenmod (und AriesVE DevConnection. Danke Jungs & Mädels, echte coole Arbeit)

Dann kam also mein GalaxyS4 Black Edition und war erstmal ganz toll, bis mir auffiel, dass die Modellnummer GT-i9515 statt i9505 hat. Ja, Samsung verkauft andere Modelle unter dem Namen von Erfolgsmodellen. Der Unterschied sind Kostenersparnisse bei Teilen und der Produktion – und dass man statt eines offiziell von CyanogenMod unterstützten Telefons ein nicht mal inoffiziell von der Community supportetes Telefon hat. Nagut, dachte ich mir, ich geb der Samsung-eigenen Software eine Chance.

Aber so begann nur meine Leidensgeschichte. Es gab die ersten Abstürze – keine Reaktion mehr und dann die Samsung Bootanimation :(. Mir war klar, dass die Samsung-Dreingaben das System ganz schön aufblähen, also habe ich angefangen, Apps zu deaktivieren oder wo möglich zu deaktivieren. Die Abstürze wurden aber mit der Zeit immer mehr und schwerer. Manchmal ging hinterher kein WLAN, 3G oder Bluetooth mehr, manchmal gingen System-Einstellungen verloren.

Trotz mehrmaligen Factory Resets wurden die Probleme nicht weniger, sondern mehr. Zuletzt stürzte das Gerät unmotiviert ab, während es einfach auf dem Tisch lag oder während eines Telefonats. Jetzt habe ich es beim Service zur Reparatur abgegeben und harre der Dinge, die da kommen. Mal sehen, was sie dazu sagen, dass ich mich erdreistet habe, auf meinem eigenen Gerät auch noch root-Rechte haben zu wollen :)

Wenigstens habe ich ein Leihgerät für die Reparaturzeit bekommen – ein Motorola Moto G – und ich muss sagen, ich hatte schlimmeres erwartet. Pixeliges Display, uralte und lahme Software .. aber nein, es ist alles sehr in Ordnung.

das Samsung-Android 4.4.2 auf meinem S4 beanspruchte sage und schreibe 6 der 16 GByte Flash-Speicher. Auf dem Moto G ist Android 4.4.4, dass ich als CyanogenMod 11 schon auf dem Galaxy SPlus hatte, und das nur ca. 2,5 Gbyte belegt. Wenigstens noch etwas Platz für meine Hörbücher :). Schaut her Samsung, so macht man das.

Auch hatte ich befürchtet, dass die Kopplung mit meiner Pulsuhr per Bluetooth4.0 LE (low energy) mit dem Ersatzgerät flach fallen würde .. aber auch da habe ich mich zum Glück getäuscht. Ja, ich bin unter die Läufer gegangen, trotz meiner krummen Beine ;). Dem nächsten Workout steht also nichts im Wege.

Aber auch die Nachteile des Moto G will ich nicht verschweigen: Kein Slot für eine SD-Karte – bei nur 8 GByte Flash eigentlich ein Killerkriterium. Das Display ist etwas kleiner – ich hatte mich ziemlich schnell an die fast 5 Zoll des S4 gewöhnt. Was fürt Google und Motorola vielleicht total toll, aber für mich ein Unding ist: Es hat keine Hardwaretasten für Home, Zurück und Menü. Die Software-Buttons nehmen jetzt immer Platz vom ohnehin kleineren Display weg – und 16:9-Videos bekommen nun immer einen Trauerrand.

2013-09-03 | ABAP-Smartforms debuggen

Smartforms lassen sich nicht so einfach debuggen, denn direkt aus der Transaktion SMARTFORMS heraus enthalten sie keine Daten. Entsprechend passiert nicht viel, das man mit dem Debugger beobachten könnte.

Hier ein Tipp, wie man vorgehen kann:

Das Fomular sollte gespeichert und aktiviert sein.

  • in SMARTFORMS das Formular öffnen
  • Menü > Umfeld > Name des Funktionsbausteins ansehen, ggfs. kopieren
  • mit Menü > Formular > Testen bzw. F8 in diesen Funktionsbaustein gehen
  • In der Zeile, in der PERFORM %GLOBAL_INIT. aufgerufen wird, setzt ihr einen externen Breakpoint (so um die Zeile 385)
  • in der Transaktion, aus der man das Smartform drucken möchte, /h in das Transaktions-Feld eingeben (unten sollte die Meldung erscheinen Debugging wurde eingeschaltet)
  • Jetzt den Druck starten,
  • jetzt sollte am Breakpoint angehalten werden, mit F5 (2x) ist man bei dem Quellcode, den SMARTFORMS unter Globale Definitionen > Initialisierung eingegeben hat.

Viel Erfolg!

2011-10-29 | Neues Spielzeug

Ebook-Reader sollen ja dieses Jahr endlich ihren Durchbruch feiern – wie in jedem Jahr seit 199x. Bei mir hat es diesmal jedenfalls geklappt. Nach der IFA wollte ich ein Gerät mit Touch und Wifi haben. Ich habe mir dann schon vor einer Weile den Sony Ebook-Reader PRS-T1 vorbestellt (und auch vorbezahlt). Gestern kam er dann endlich an und ich habe was zum Spielen für’s lange Wochenende. Hier meine ersten Eindrücke.

Die Verpackung ist kaum größer als das Gerät selbst und schnell ausgepackt. Außer einen Micro-USB-Kabel und einem Plastikstift ist kein Zubehör dabei. Das Gehäuse des Geräts ist leicht und fasst sich stabil an. Das Display sieht auf den ersten Blick erschreckend grau aus. Das mag am Kontrast zum rein weißen Rahmen liegen. Vielleicht sieht es bei der schwarzen Variante nicht so aus. Ein Druck auf den Power-Taster unten und das Gerät startet.

Es sind drei Bücher vorinstalliert, „Ballaststoff“ und „Rotkehlchen“ und „Betriebsanleitung“. Lesen muss man wohl keins davon :) Man kommt fix in die Einstellungen, schnell ist auch WLAN eingerichtet. Der Reader-Store meldet allerdings nur „Demnächst verfügbar“. Den PRS-T1 gibt es bald auch bei libri. Ich denke mal, dass der Sony-Store in Deutschaland auch der libri-Store sein wird.

Korrektur! Ganz ohne  Bedienungsanleitung gings dann doch nicht. Um ein Buch in eine Sammlung einzufügen muss man in der Sammlung auf die Kontextmenü-Taste drücken und die entsprechende Option wählen. Ein Button mit einem Plus und einem Buch im Display hätte hier sicher nicht geschadet, gerade wenn die Sammlung noch leer ist. Der eingeblendete Hinweis aufs Handbuch ist eher frustrierend als hilfreich.

Beim Projekt Gutenberg gibt es jede Menge freier Ebooks, also gleich mal ein Paar besorgt und draufgepackt. Lesen macht Spaß und die Umgewöhnung geht fix. Man kann mit den Blätter-Tasten oder per Wischer auf dem Display umblättern. Den Wischer mache ich instinktiv immer falsch herum. Das kann man zwar in den Einstellungen umdrehen, aber ich lasse es so. Ich mach es wahrscheinlich auch dann wieder falsch.

Gestern ist mir das Gerät zum auch gleich ersten mal abgeschmiert, der Touchscreen reagierte gar nicht mehr und das Gerät war so nicht bedienbar. Ein Reset per spitzem Gegenstand war nötig. Hier hat man wohl an der Firmware gepfuscht, um den Markteinführungstermin zu halten. Das System ist übrigens ein Android. Zusätzliche sinnvolle Apps sind also denkbar. Ein RSS-Reader wäre z.B. ein Anfang, das herunterladen von Texten von Laufwerksfreigaben wäre auch nicht schlecht.

Zu den Formaten, die der Reader beherrscht, muss ich später noch was schreiben: Epub, PDF und rtf gehen, die Experience unterscheidet sich aber. Ich muss da noch probieren.

2011-10-26 | Splash in Bürgerhand

Letztens war ich mit ein paar anderen Piraten bei einem Vortrag „Gemeingüter als kommunale Gestaltungsmöglichkeit“. Der wurde zwar von den Grünen organisiert, aber das Thema ist ja eher ein piratiges. Weil die Frage aufkam, was man denn in Cottbus als Gemeingut gestalten kann, hab ich einfach was in den Raum geworfen: In Sachsendorf steht seit Jahren ein Schwimmbad leer – das Splash.

Jetzt frage ich mich natürlich, kann man das wirklich wieder in Gang bringen? Die Stadt Cottbus hat augenscheinlich kein Interesse daran. Die hatte nämlich damals dem Investor der Lagune zugesichert, dass das Splash geschlossen wird. Die Sportschwimmhalle wurde etwa zur gleichen zeit geschlossen. Honni soit qui mal y pense.

Zugegeben, ich bin zu faul, mich selbst dafür einzubringen. Schließlich habe ich selbst gar kein Interesse daran: ich bin kein guter Schwimmer und das Splash liegt auch gar nicht in meiner Nähe. Aber wer wäre dazu bereit? Schulen, Sportvereine, gibt es die „Bauingenieure gegen die Schließung der Sportschwimmhalle“ noch?

Wie würde die Stadt Cottbus reagieren? Der Investor ist schon längst weg, was zählt also ein städtisch garantiertes Monopol noch? Würde sie das Gebäude zur Nutzung überlassen und würde sie wohl bürokratische Steine in den weg legen?

Wie könnte ein Konzept für das Splash aussehen? Man kann sicher nicht von heute auf morgen wieder mit vollem Bäderbetrieb starten. Also langsam anfangen. Woher soll Geld kommen, wenn doch die Einnahmen erst einmal gering sind. Wer kann das bezahlen? Jahrelanger Leerstand wird seine Spuren hinterlassen haben. Energie und Wasser Kosten viel Geld -also sollte man darin unabhängig sein. Solarthermie und gute Wasseraufbereitung brauchen neue Anlagen. Viele Fragen und wenige Antworten.