Autorenarchiv

2013-03-16 | und der Hering hieß Bernd ..

Wir wollen alle wissen, woher unser Essen kommt. Wie detailgenau das inzwischen geht, hat mich gerade etwas verblüfft. Auf den Heringsfilets in Sahnesauce steht, dass am 12.08.2012 das Schiff Anne Mie diese Heringe mit Schleppnetz im Fanggebiet FAO27 in der Nordsee gefangen und in Skagen angelandet hat. Mit den Hinweisen finde ich letzte Position und Bilder von dem Fischkutter „Anne Mie“ im Internet. Ich bin von den Socken.

Vor dem Hintergrund ist es wirklich nicht zu verstehen, wie unbekanntes Pferd in die Lasagne kommen. Mahlzeit!

2013-03-10 | Cottbus damals und heute

als es ein paar schöne Tage gab, habe ich mir ein paar alte Stadtansichten von Cottbus aus den Wikimedia Commons herausgesucht und versucht, das selbe Motiv noch einmal zu fotografieren. das ist dabei herausgekommen:

2013-01-31 | GEZ für Kommunen – schon GEZahlt???

Warum sollen Unternehmen, Kommunen und Vereine überhaupt GEZ zahlen? Die Mitglieder und Mitarbeiter haben mit dem neuen GEZ-Beitrag doch schon in ihrem heimischen Haushalt entrichtet und letztlich können nur natürliche Personen die Programme der Öffentlich-Rechtlichen nutzen.

Das erinnert doch an die Dimensionierung von Kläranlagen nach der Wende im Osten: Das Dorf hat 200 Einwohner, 50 Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr, 100 Beschäftigte auf der LPG, 30 Fußballer, 20 Handballer, 5 Kaninchenzüchter. Im Gemeindesaal ist Platz für 70 Leute, der Dorfkonsum hat täglich 100 Kunden, in der Kneipe sitzen 40  usw.  Am ende Bekommt das Dorf ein Kläranlage für 1.000 Personen – nur damit irgendjemand gut verdient.

2013-01-24 | Negerkuss und Negerkönig

Vielerorten [1] [2] [3] wird derzeit diskutiert, ob man die Literatur, insbesondere die Kinderliteratur, politisch korrekt umschreiben müsste. Pippi Langstrumpfs Vater soll eben Südseekönig werden.

… und wie man das als Blogger eben so macht, gebe ich ungefragt meinen Senf dazu :) aber vielleicht kann ich auch einen neuen Aspekt in die Diskussion einbringen, die die Alte ist und sich nur einen neuen Schauplatz gesucht hat.

Persönlich sehe ich die PC-Diskussion ambivalent. Ich habe mich daran gewöhnt, dass Negerküsse nun schon seit Jahren Schaumküsse heißen – trotzdem vermisse ich diesen unkorrekten Begriff. Unter dem Namen habe ich als Kind diese leckere Süßspeise kennen gelernt – dementsprechend ist meine Assoziation dazu nicht negativ und wird es wahrscheinlich auch nie. Den alternativen Begriff „Mohrenkopf“ finde ich übrigens abscheulich und abwertend – zu beschreibend und vergleichend und damit abwertend.

Wie sehr war ich dann aber geschockt, als Neger in einem ganz anderen Zusammenhang in einer alltägliche Unterhaltung auftauchte: Der Kfz-Mechaniker meines Vertrauens merkte an, bevor man ein neues Ichweissnichtmehrwas einbauen könnte, sollte man erstmal das Lager mit einem Negerkeks reinigen.

[ein kurzer Moment unangenehmer Stille folgte.]

Ich war etwas konsterniert und habe mit mir gerungen, ob ich den Kollegen auf diese politisch unkorrekte Bezeichnung und mein Unbehagen damit hinweise. Ich habe für mich beschlossen, dass das nichts bringt. Unter Handwerkern ist der Ton rauer und so manche Bezeichnung für Werkzeug ist fraglicher Herkunft – Niemand sagt wirklich Rollgabelschlüssel. Außerdem hätte ich wohl nicht mehr erfahren, was er mit meinem Auto nun wirklich gemacht hat. (Mich interessiert so etwas.)

Negerkeks® ist allerdings nicht nur eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine meist schwarze Schleifscheibe – es ist ein Produktname und war bis zum 29.02.2012 eine eingetragene Marke. Unter der Nummer 304557374 kann man die Infos dazu beim Deutschen Patent- und Markenamt ansehen.

Bemerkenswert ist, dass die Marke erst 2004 ohne Widersprüche eingetragen wurde. Nun gut, die Marke ist ja Anfang 2012 auf Antrag Dritter gelöscht worden. Man möchte meinen, nun wäre alles gut.

Leider lässt sich nicht ergründen, wie die Dritten ihren Antrag begründet haben – es gibt nur den Hinweis auf die absoluten Schutzhindernisse. Die können Verstöße gegen die öffentliche Ordnung oder die gegen die guten Sitten sein, aber auch Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten zur Bezeichnung der Waren oder Dienstleistungen üblich geworden sind, sein. Das Markenblatt (02/2011 und 13/2012) geben auch keinen Aufschluss darüber, wer die Löschung Beantragt hat. Wegen der späten Eintragung vermute ich, dass der Einspruch lautete: Wir haben das schon immer so genannt, das könnt ihr deswegen nicht schützen, wir wollen das weiterhin so nennen.

Die Löschung hat nun einen wesentlichen Effekt: Jeder kann seine schwarzen Schleifscheiben unter dieser Bezeichnung verkaufen. Und es wird auch fleißig getan.

2013-01-17 | Bezahlfernsehen ist die Zukunft !?

Alle bezahlen Alles! Sofort! Sonst gibt’s Fernsehverbot! So oder so Ähnlich scheinen sich die Medienmacher in Deutschland den Umgang mit den Zuschauern zu wünschen – hier aus gegebenem Anlass mal eine kleine Sammlung von Aufregern:

Die GEZ – Wer bisher nur die GEZ-Radiogebühr (oder für neuartige Rundfunkempfangsgeräte) bezahlt hat, muss mit dem neuen GEZ-Beitrag jetzt mehr bezahlen. Auch wer vorher gar nichts bezahlte, weil er einfach keine Geräte hatte, ist jetzt fällig und im Visier der GEZ, deren Schnüffelei jetzt unvermindert, ja sogar verstärkt weitergeht. ARD und ZDF machen fleißig Werbung und positive Stimmung für den „neuen“ Beitrag. Mit Mehreinnahmen rechnet angeblich niemand ..

(Anm.: Ich finde gebührenfinanziertes Radio und Fernsehen richtig – allerdings geht das auch für weniger Geld – und davon müsste auch ein größerer Teil bei den Schaffenden ankommen. Dafür könnte man den einen oder anderen Kanal einsparen und ein paar weniger Rosamunde-Pilcher-Filme produzieren)

Aber auch im privaten Lager sieht es nicht besser aus: Stichwort HD+. Wer die privaten Programme in HD sehen will, muss dafür bezahlen – über die Kabelgebühren und den Beitrag hinaus, den man ohnehin schon über die Werbung und den zugehörigen Preisaufschlag bei den beworbenen Produkte bezahlt. So machen die Sender ihr Ramschprogramm zum Pay-TV. Ein besseres Bild hat man nur bei den immer seltener werdenden Filmen und einzelnen Eigenproduktionen. Das restliche Programm kommt auch über HD+ nur in alter, niedriger Auflösung. Dafür muss der Konsument dann ein zertifiziertes Gerät benutzen, das vielen Einschränkungen unterliegt – manchmal nicht Aufnehmen, nicht Vorspulen, kein Timeshift, keine Kopie, um mal eine Aufnahme weiterzugeben.

Die letzte Möglichkeit , ohne laufende Kosten (ausgenommen GEZ) Fernzusehen, ist DVB-T. Allerdings gibt es noch lange nicht überall die Privaten Sender – und wie’s aussieht, wird es diese auch nie geben: RTL steigt aus DVB-T aus, angeblich sei es zu teuer, aber eigentlich ist es wohl nur zu kostenlos. Berufskraftfahrer und Laubenpieper werden sich bedanken. Vom Programm wollen wir lieber gar nicht erst anfangen – die Privaten haben sich selbst ein Zitronenproblem eingebrockt.

Dagegen ist der Mietvertrag mit eingebautem Kabelfernsehen fast schon ein alter Hut. Wem DVB-T reicht, der möchte vielleicht die Kabelfernsehgebühren sparen. Das kann er in vielen Fällen allerdings nicht. Warum zahlt man eigentlich überhaupt noch Kabelgebühren? Die Sender zahlen doch schon für die Einspeisung – warum kassieren die Kabelfirmen an beiden Enden ab?

Fazit: Man zahlt doppelt und dreifach – GEZ sowieso, beworbene Produkte, Kabelgebühren, Internetanschlüsse, HD+-Strafzoll – und man hat dafür noch nicht einen zusätzlichen Sender bekommen. Ein Fall für den Verbraucherschutz – Ihr Auftritt, Frau Aigner!