Archiv für Oktober 2011

2011-10-29 | Neues Spielzeug

Ebook-Reader sollen ja dieses Jahr endlich ihren Durchbruch feiern – wie in jedem Jahr seit 199x. Bei mir hat es diesmal jedenfalls geklappt. Nach der IFA wollte ich ein Gerät mit Touch und Wifi haben. Ich habe mir dann schon vor einer Weile den Sony Ebook-Reader PRS-T1 vorbestellt (und auch vorbezahlt). Gestern kam er dann endlich an und ich habe was zum Spielen für’s lange Wochenende. Hier meine ersten Eindrücke.

Die Verpackung ist kaum größer als das Gerät selbst und schnell ausgepackt. Außer einen Micro-USB-Kabel und einem Plastikstift ist kein Zubehör dabei. Das Gehäuse des Geräts ist leicht und fasst sich stabil an. Das Display sieht auf den ersten Blick erschreckend grau aus. Das mag am Kontrast zum rein weißen Rahmen liegen. Vielleicht sieht es bei der schwarzen Variante nicht so aus. Ein Druck auf den Power-Taster unten und das Gerät startet.

Es sind drei Bücher vorinstalliert, „Ballaststoff“ und „Rotkehlchen“ und „Betriebsanleitung“. Lesen muss man wohl keins davon :) Man kommt fix in die Einstellungen, schnell ist auch WLAN eingerichtet. Der Reader-Store meldet allerdings nur „Demnächst verfügbar“. Den PRS-T1 gibt es bald auch bei libri. Ich denke mal, dass der Sony-Store in Deutschaland auch der libri-Store sein wird.

Korrektur! Ganz ohne  Bedienungsanleitung gings dann doch nicht. Um ein Buch in eine Sammlung einzufügen muss man in der Sammlung auf die Kontextmenü-Taste drücken und die entsprechende Option wählen. Ein Button mit einem Plus und einem Buch im Display hätte hier sicher nicht geschadet, gerade wenn die Sammlung noch leer ist. Der eingeblendete Hinweis aufs Handbuch ist eher frustrierend als hilfreich.

Beim Projekt Gutenberg gibt es jede Menge freier Ebooks, also gleich mal ein Paar besorgt und draufgepackt. Lesen macht Spaß und die Umgewöhnung geht fix. Man kann mit den Blätter-Tasten oder per Wischer auf dem Display umblättern. Den Wischer mache ich instinktiv immer falsch herum. Das kann man zwar in den Einstellungen umdrehen, aber ich lasse es so. Ich mach es wahrscheinlich auch dann wieder falsch.

Gestern ist mir das Gerät zum auch gleich ersten mal abgeschmiert, der Touchscreen reagierte gar nicht mehr und das Gerät war so nicht bedienbar. Ein Reset per spitzem Gegenstand war nötig. Hier hat man wohl an der Firmware gepfuscht, um den Markteinführungstermin zu halten. Das System ist übrigens ein Android. Zusätzliche sinnvolle Apps sind also denkbar. Ein RSS-Reader wäre z.B. ein Anfang, das herunterladen von Texten von Laufwerksfreigaben wäre auch nicht schlecht.

Zu den Formaten, die der Reader beherrscht, muss ich später noch was schreiben: Epub, PDF und rtf gehen, die Experience unterscheidet sich aber. Ich muss da noch probieren.

2011-10-26 | Splash in Bürgerhand

Letztens war ich mit ein paar anderen Piraten bei einem Vortrag „Gemeingüter als kommunale Gestaltungsmöglichkeit“. Der wurde zwar von den Grünen organisiert, aber das Thema ist ja eher ein piratiges. Weil die Frage aufkam, was man denn in Cottbus als Gemeingut gestalten kann, hab ich einfach was in den Raum geworfen: In Sachsendorf steht seit Jahren ein Schwimmbad leer – das Splash.

Jetzt frage ich mich natürlich, kann man das wirklich wieder in Gang bringen? Die Stadt Cottbus hat augenscheinlich kein Interesse daran. Die hatte nämlich damals dem Investor der Lagune zugesichert, dass das Splash geschlossen wird. Die Sportschwimmhalle wurde etwa zur gleichen zeit geschlossen. Honni soit qui mal y pense.

Zugegeben, ich bin zu faul, mich selbst dafür einzubringen. Schließlich habe ich selbst gar kein Interesse daran: ich bin kein guter Schwimmer und das Splash liegt auch gar nicht in meiner Nähe. Aber wer wäre dazu bereit? Schulen, Sportvereine, gibt es die „Bauingenieure gegen die Schließung der Sportschwimmhalle“ noch?

Wie würde die Stadt Cottbus reagieren? Der Investor ist schon längst weg, was zählt also ein städtisch garantiertes Monopol noch? Würde sie das Gebäude zur Nutzung überlassen und würde sie wohl bürokratische Steine in den weg legen?

Wie könnte ein Konzept für das Splash aussehen? Man kann sicher nicht von heute auf morgen wieder mit vollem Bäderbetrieb starten. Also langsam anfangen. Woher soll Geld kommen, wenn doch die Einnahmen erst einmal gering sind. Wer kann das bezahlen? Jahrelanger Leerstand wird seine Spuren hinterlassen haben. Energie und Wasser Kosten viel Geld -also sollte man darin unabhängig sein. Solarthermie und gute Wasseraufbereitung brauchen neue Anlagen. Viele Fragen und wenige Antworten.