Archiv für Oktober 2010

2010-10-24 | Die Macht der Blogosphäre oder: Wie man 4,99€ von Pixmania bekommt

Man muss nur negativ über Pixmania bloggen und sofort stellt man dort auf kulant – soll das die »Macht« der Blogger sein? Gibt es Pixmania- Mitarbeiter, die die ganze Zeit die Blogosphäre nach negativen Berichten über ihre  Firma durchsuchen?

Auf meinen Artikel über Pixmania bekam ich ja einen Kommentar von »Claudia«, die wohl kurz nach dem sie den geschrieben hatte in den Urlaub fuhr, denn ich bekam eine dieser (sinnlosen) Abwesenheitsnachrichten, übrigens mit einem richtigen Namen, den ich natürlich nicht veröffentliche.  Hallo Claudia, ich hoffe, dein Urlaub war schön :)!

Ich teilte also »Claudia« die Auftragsnummer mit um die es ging. Dann kam das ganze ins Rollen: man wollte mir die Versandkosten von 4,99€ erstatten, da die Lieferung ja verzögert war und sie wollten man meine IBAN haben. Okay, das wollten schon viele und PIN und TANs gleich auch noch. Also: Wenn ihr solche Mails erhaltet, bitte stellt  halbwegs sicher, dass die Bitte wirklich von Pixmania kam.  Inzwischen habe ich die 4,99€ bekommen. Für mich ist die Sache nun vorüber, auch wenn sich niemand dazu bekannt hat, dass ich Widerrufsware bekommen habe.

Übrigens: so eine IBAN kann man erraten: Sie setzt sich nämlich aus einem Ländercode, der Bankleitzahl und er Kontonummer zusammen – das sind alles Daten, die jemand haben sollte, dem ich schonmal Geld überwiesen habe.

Ich hatte ja über Pixmania geschimpft, aber sie haben sich noch ganz gut aus der Affäre gezogen – und das sollte dann auch erwähnt werden. Nur ein Frage bleibt: suchen bei Pixmania Mitarbeiter die Blogosphäre nach Beiträgen wie meinem ab? Kann Claudia dazu noch mal einen Kommentar schreiben?

2010-10-15 | Cottbus verschlampt Auskunftssperren

Obwohl ich beim letzten Opt-Out-Day der Weitergabe meiner Meldedaten widersprochen habe, hat die Stadt Cottbus fleißig weiter Auskünfte erteilt. Oder hätte – man weiß ja nicht, was mit den eigenen daten geschieht.

Ich hab mich neulich umgemeldet, da ich umgezogen bin. So macht man das ja als braver Deutscher. Dabei habe ich auf dem Meldeformular ein Feld gesucht, wo ich der Weitergabe meiner Daten widersprechen kann. Überraschung: das gibt es nicht.

Ich frage also die Sachbearbeiterin im Stadtbüro, wie ich denn der Weitergabe meiner Daten widersprechen könne. Daraufhin zieht sie ein Formular aus dem Drucker, das ich schon kenne — von unserem Opt-Out-Day. Ich grinse.

Dann bemerkt die Dame, dass meine Begleiterin schon eine Auskunftssperre eingerichtet hat und schaut sicherheitshalber bei meinen daten nach. Ich lasse schon den Stift fallen, da sie mir wohl gleich sagen wird, dass auch meine Auskunftssperre schon besteht.

Aber diese kleine Anekdote wäre keinen Blogeintrag wert, wenn nicht alles anders käme.  „Nein,“ sagt die Sachbearbeiterin „bei Ihnen ist keine Auskunftssperre eingetragen.“ Ich unterschreibe flink das Formular und hoffe, dass es diesmal mit der Sperre klappt. Ich will nämlich keine Post von Auskunfteien, Religionsgemeinschaften oder Parteien und bis mir der Bundespräsident zum 100. Geburtstag gratulieren kann, ist es noch ein Weile hin. Und das Ganze schon gar nicht für Adresssammler online abrufbar halten.

Zum Abschluss frage ich die Dame vom Stadtbüro, ob Sie die Leute auch immer darauf hinweist, dass sie die Möglichkeit haben, der Datenweitergabe zu widersprechen. Da bekam ich nur ein lapidares „Nein.“ mit einem Unterton, der mir sagen wohl sollte „Wieso sollte ich überhaupt?“.

Da wird wohl wieder ein neuer Opt-Out-Day fällig, an dem wir die Leute Aufmerksam machen. Und diesmal kontrollieren wir nach!