Archiv für Juni 2009

2009-06-25 | auf Cottbusser Stadtverordnetenversammlungen ist richtig was los …

Gestern abend hat hat sich doch glatt ein älterer Herr erdreistet, den Cottbusser Oberbürgermeister mit einem rohen, wenn auch nicht faulen Ei zu bewerfen. dabei rief „Wir sind das Volk“ und verfehlte den OB Szymanski.

Grund war die Zustimmung zum neuen Verkehrskonzept, das die Straßenbahn in Cottbus zwar erhalten, aber auf 3 Linien einkürzen will. Der Eierwerfer ist ein bekannter ProTram-Aktivist.

Währenddessen kündigt die CDU ein Bürgerbegehren gegen das Konzept an. Dafür müssen in nächster Zeit 8500 Unterschriften gesammelt werden.

Wenn auch das Ei sein Ziel verfehlt hat, so verfehlt die Aktion ihr Ziel nicht: Aufmerksamkeit der Medien.

2009-06-15 | Salsa-Plattform für Cottbus und die Lausitz

Bildschirmfoto - Salsa in Cottbus und der Lausitz

Bildschirmfoto - Salsa in Cottbus und der Lausitz

Ich betreue jetzt die neue Internetplattform rund um Salsa in der Lausitz. Wer Lust hat, kann sie sich unter http://salsa.bitsnpieces.de anschauen.

Wen’s interessiert: Es ist ein WordPress 2.8-Blog mit Madigo-Theme. Vielleicht findet sich ja ein hübscheres oder besseres Theme, aber erstmal passte es ganz gut. Für die Funktionen, die über ein übliches Blog hinausgehen, habe ich ein paar Plugins verwendet, z.B. Events Manager 2 von Davide Binini und WP-Polls von Lester Chan. Im hintergrund werkeln FeedStats, GoogleXMLSitemaps, Register Plus für mehr Komfort beim Anmelden und Sidebar Login.

Eventmanager-Plugin funktioniert mit WordPress 2.8 noch nicht so recht. In der Adminansicht fehlen noch viele Optionen – sie sind einfach nicht sichtbar. Auf ein Update warte ich jetzt mit Ungeduld.

2009-06-09 | Andrew Keen nutzt die Stunde der Stümper

Der Bibliothekscomputer spuckte mir zum Schlagwort »Semantic Web« nicht besonders viele Veröffentlichungen aus – viel Web2.0-Kram. Aber darunter war auch ein Eintrag, der wohl kein Fachbuch war: Andrew Keens »Die Stunde der Stümper« (engl. »The Cult of the Amateur«). Der Untertitel »Wie das Internet unsere Kultur zerstört« steht nicht auf dem Deckel. sonst hätte ich es vielleicht nicht mitgenommen. Aber so wollte ich etwas für meine Bildung tun, über den Tellerrand schauen, meine Softskills anwenden – was man Studenten heute eben so beibringt.

Keen kritisiert das moderne Internet mit seinem user-generated-content. Wikipedia und YouTube sind ihm ein Dorn im Auge. Der Tenor ist einfach: im Internet sind nur Amateuere unterwegs und sie alle sind Dilletanten. In der realen Welt sind alle Profis und machen deswegen alles besser.

Er zitiert das Oxford English Dictionary – (gut und richtig, weil von 16 professionellen Lexikografen gemacht) – und da steht, das ein Amateur jemand ist, der etwas unentgeltlich, als Hobby, einfach gern macht. Klar, der Begriff kommt ja aus dem französischen und heißt wörtlich »Liebhaber«. Im EOD steht dann aber auch, dass Amateur auch abwertend für Dilletant gebraucht wird. Und damit hat Keen sein Fressen gefunden. Damit ist für ihn der Beweis erbracht, dass Amateure alles Stümper sind, keine Befähigung zu dem haben, dass sie da tun. Keine Ausbildung, keine Abschlüsse, kein Geld – ergo keine Qualität.

Ganz im Gegesatz dazu sieht er die Profis: Gut ausgebildet, verantwortungsvoll, angefüllt mt Stolz auf Ihren Berufsstand, integer. Als Beispiel präsentiert er die Ärzte. Nur Beispiele sind keine Beweise und spätestens bei den Journalisten ist es vorbei damit. Journalist darf sich jeder nennen – egal wie er ausgebildet ist. Jeder darf damit seinen Lebensunterhalt vedienen und genau so sieht die Medienlandschaft heute in Deutschland aus. Gegen das Persönlichkeitsrecht zu verstossen ist kein investigativer Journalismus. Sich kaufen zu lassen und genehmen Politikern ein nettes Interview zu schenken ist nicht unabhängig und überparteilich.

Andrew Keen hat zwar recht damit, dass es auf Youtube jede Menge schlechter, belangloser Videos gibt – Niedliche Hunde, fallende Kinder usw. Er tut aber so, als gäbe es das im Fernsehen nicht. Dort heißt es dann „America’s funniest Homevideos“. Die guten Videos erwähnt er nicht.

Im Internet kann jeder schreiben, was er für die Wahrheit hält – Wikipediaartikel kann jeder editieren. Das lässt sich misbrauchen und dieser Misbrauch wird auch versucht – z.B. können sich Firmen positiver darstellen, als sie sind. Andrew tut nun aber wieder so, als gäbe es dazu kein Äquivalent im RL: gekaufte Beiträge in Tageszeitungen sind aber an der Tagesordnung. Den Wikipediaeintrag kann man korrigieren, die Tageszeitung ist raus und unveränderlich. Wie wünschte ich mir, ich könnte so manchen Bild-Artikel korrigieren.

Verschwörungstheorien, Mystizismus, politisch motivierte Fehlinformation und Geschichtsklitterei, offene und versteckte Werbung, Manipulation – all das gibt es doch nicht erst seit dem Web2.0. Das sind doch alles keine Erfindungen des Silicon Valley. Das kommt aus Hollywood, New York, Washington, Berlin, Hamburg, Köln oder wo auch immer Medien, Witschaft und Politik gemacht werden.

Ich hab Keens Machwerk bis Seite 47 gelesen und mag erstmal nicht weiterlesen. Herr Keen möge mal erkennen, dass Amateur und Profi sich nur in ihrer Motivation unterscheiden, nicht in der Qualität ihres Tuns. Der Amateur tut es aus Liebe, der Profi für’s Geld. daraus abzuleiten, einer von beiden täte es besser, ist einfach nur falsch. (nicht »diskussionswürdig« oder »nicht ganz korrekt«. Nein. Einfach nur falsch)

[Update] btw. der Typ schreibt selbst einen Blog, twittert und scheint ein Apple-Fanboy zu sein – er hält Steve Jobs für einen Revolutionär. Naja, Ansichtssache. Sein Buch hat er auch geschrieben, obwohl er kein ausgebildeter Schriftsteller ist. Er ist wohl sein eigenes Gegenbeispiel. Kurz und Gut, der Mann ist ein Troll. und ich hab ihn hiermit gefüttert. Verdammt.

2009-06-05 | Wahlomat

Wer sich noch nicht entscheiden kann, wen er zur Europawahl am Sonntag wählt, dem sei der Wahlomat an Herz gelegt. Wählen gehen ist erste Bürgerpflicht!

Ein paar Auszüge bzw. Anekdoten:

Es gibt mit Christlicher Mitte (CM), Partei Bibeltreuer Christen (PBC) und Arbeit, Umwelt und Famile – Christen in Deutschland der fundamentalchristliche Parteien – und wir machen uns Sorgen um Islamisten *kopfschüttel*.

Mit der PSG tritt eine Sektion der 4. Kommunistischen Internationale an – ich halte mich ja für einen Linken, aber die sind in meinen Augen unwählbar, weil im im frühen 20. Jahrhundert stehengeblieben.

Zur Bayernpartei muss ich ja keinen epliziten Kommentar abgeben. Liebe Bajuwaren, dass ist eine Europawahl und nicht die Wahl zum Vorstand eures Dorf-Schützenvereins.

Die Violetten – für spirituelle Politik: Die Kollegen hören sich ein wenig abgehoben an und fordern auch die Förderung von Freienergieprojekten. Also Wasserautos und Perpetuum Mobilees. Sicherlich genauso sinnlos, wie die Forderungen und Versprehen anderer Parteien, aber schneller zu durchschauen.

… to be continued