Archiv für Januar 2009

2009-01-29 | Weniger Amtsdeutsch in Cottbusser Amtsstuben

Die Cottbusser Ämter sollen freundlicher und verständlicher mit den Bürgern kommunizieren. Löblich!

Dazu hat die Stadtverwaltung jetzt eine Aktion „Schöner unsere Ämter und die Schreiben“ ins leben gerufen: Wer in kalte, unfreundliche oder unverständliche Schreiben von der Stadt erhält, kann diese dem Rathaus schicken. Einfach eine Kopie an die Stadtverwaltung Cottbus, Projekt „Verwaltungssprache = Bürgersprache“ Neumarkt 5, 03046 Cottbus oder per Email an amtsdeutsch@cottbus.de.

Aber die Originale immer behalten, bloß weil ein Bescheid unverständlich ist, ist er nicht ungültig.

2009-01-28 | Sechstagerennen

Ach, jetzt wollte ich grade stolz verkünden, dass der Cottbusser Robert Bartko zusammen mit Erik Zabel die Berliner SixDays gewonnen hat. Der Haken: Robert Bartko ist gar kein Cottbusser, sondern Potsdamer. Trotzdem Glückwunsch zum Sieg und Beileid, dass sein Anteil daran so im Rummel um Zabels Karriereende untergeht.

Der Cottbusser im Feld ist Roger Kluge, der am Olympiastützpunkt trainiert. Und hier fängt die gute Nachricht an: er konnte mit dem Belgier Kenny De Ketele Platz 3 erstrampeln. Keine schlechte Leistung, zumal das Berliner Sechstagerennen als inoffizielle Meisterschaft der Sixday-Rennen gilt. Herzlichen Glückwunsch!

2009-01-27 | was die Deutschen derzeit bewegt

Auf Grund meiner derzeitigen Tätigkeit komme ich in den Genuss, Emails zu lesen, die Bürger an eine Persönlichkeit aus der Bundespolitik schreiben. Das gibt einen schönen Überblick darüber, was die Deutschen in diesen Tagen bewegt und was sie in die Kontaktformulare der Politikerwebseiten tippen.

Da ist der Mann, der für sein persönliches Konjunkturpaket 1.000.000 € haben möchte (berechtigte Forderung) und der andere sich jetzt für ein neues Auto und gegen ein Kind entscheidet, weil es für das Kind nur hundert, für das neue Auto 2500€ gibt (drastisch, aber logisch). Einige Bitten von kleinen Unternehmern, die Überbrückungskredite haben wollen, weil sie von den Banken kein Geld mehr bekommen. Das Superkonjunkturpaket wird allenfalls als Geldverschwendung angesehen.

Auch die Abwrackprämie sorgt für Ärger. Bei den einen, weil sie zu früh verschrottet haben, bei den Anderen, weil sie sich kein neues Auto leisten können. Andere rechnen nach, dass ein altes Auto weiterzufahren umweltfreundlicher als ein neues ist, weil bei der Herstellung jede Menge CO2 erzeugt wird. Recht haben sie.

Gaza erzeugt das intensivste Echo – nur wenige verstehen, warum man sich so hinter Israel stellt und das Leiden der Palästinenser ignoriert. Es macht mich ein wenig stolz, dass die Deutschen inzwischen solche Pazifisten sind. Nur ist leider die Hamas nicht der Verein, mit dem ich mich Solidarisieren mag. Ein paar Stammtischnazis und Möchtegern-Islamisten wettern auch gegen Israel. Die handeln sich mit solchen Mails höchstens eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz ein. Die Dummheit dieser Menschen zeigt sich auch darin, dass sie in der selben Mail unsere Regierung als Zionisten und Nazis beschimpfen.

Ein Mann beschwert sich über youtube, wo er diverses Rechtsradikales Material unkommentiert veröffentlicht sieht und fordert zu Sperren auf. Ihm sei folgender Tipp gegeben: Einloggen und Kommentar schreiben. Das geht! Und wenn’s unbedingt sein muss, auch mal an die Jungs und Mädels von yt schreiben. Die Sperren auch gern mal was für Deutschland.

Dann gibt es noch viele Forderungen, die von mangelnder politischer Bildung zeugen. Härtere Strafen für alles Mögliche, Abschaffung der Mehrwertsteuer oder die Umsetzung von Gesellschaftsfantasien ahnungsloser Spinner.

Die Abschaffung der GEZ-Gebühr findet allerdings auch meine Zustimmung. Wir brauchen öffentlich-rechtliches Fernsehen, sicher Aber ich bin nicht bereit, für Staatspropaganda und Musikantenstadl zu bezahlen, wenn gleichzeitig gute, informative und kritische Sendungen ganz verschwinden oder in die Nacht auf den dritten und vierten Programmen verdrängt werden.

Bei vielen Mails findet sich der ein Nachsatz wie dieser „Tun Sie was, sonst wähle ich Sie nicht wieder!“ Naja, wir werden’s in diesem Superwahljahr sehen.

Die Deutschen sind nicht politikverdrossen, sie haben nur oftmals Ihre politische Bildung aus der Boulevardpresse.

2009-01-27 | Externer Monitor

Kurze Nachmeldung zum Thema mehrere Monitore mit Ubuntu am Akoya mini: Wie ich schon in den Kommentaren angekündigt habe, habe ich einen Monitor bekommen und meinen mini daran angeschlossen. Das war recht problemlos, mit dem passenden Gnome-applet ist das schnell konfiguriert. Beim ersten mal wünschte sich X11 noch einmal Neuanmelden, seither funktioniert es super.

Einen kleinen Haken hat es allerdings: Schickt man den Rechner am Monitor ins den Winterschlaf und weckt ihn ohne Monitor wieder auf, bleibt das LCD dunkel. Nur ein [Ctrl]+[Alt]+[Backspace] hilft, macht aber den Effekt des Ruhezustandes zunichte. Lösung folgt, sobald ich eine hab.

2009-01-05 | Ubuntu-ning Akoya mini

Zum Stromsparen ist powertop ein nettes Tool. Es ist ein guter Helfer, wenn man unter Linux ermitteln will, wo noch Energie verschwendet wird. allerdings ist es auch nicht perfekt.

zu den Tipps, die es gab, gehörte auch der: füge usbcore.autosuspend=1 an die Kernelbootoptionen. Nur leider sagt der Kernel dann beim Booten „Pustekuchen, die Option kenn‘ ich nicht.“ Dieser Blog erklärt auch warum. Powertop peilt nicht, dass USB-autosuspend schon längst an ist und gibt dann auch noch einen falschen Tipp.

Dort findet sich auch ein Hinweis, wie man es aller Sturheit von Linux zum Trotz auch den Parallelport abschalten kann. Module blacklisten geht nämlich nicht, weil CUPS sie wieder lädt. einen parallelport hat das Akoya ja eh nicht und so spart man ein wenig RAM und beschleunigt den Start. Also kurz ein ’no‘ in die /etc/default/cups und ein parport=0 an die Kerneloptionen, die wir sowieso grad am Wickel hatten, um den falschen Tipp von Powertop rückgängig zu machen.