2008-06-24 | Batterielaufzeit um jeden Preis?

Ja, ein EeePC 701 es ist superpraktisch. Gestern hatte meiner seinen ersten Einsatz als Präsentationsgerät – und den hat er mit Bravour bestanden. Und es ist klar: je länger man damit arbeiten kann ohne ans 220V- Netz zu müssen, desto besser. Aber hat denn Laufzeit um jeden Preis sein überhaupt einen Sinn?

EeePCNews berichtet von einem ausführlichen Test des Acer Aspire One bei mobilecomputermag.co.uk berichtet. Dabei bin ich auch über den Test des Eee 901 gestolpert.

Für den Aspire One bemängeln die Kollegen, dass er sich im Akkubetrieb nicht auf 1200/700MHz festpinnen lässt. Vom 901 berichten Sie, dass er das kann. Der 900er Eee schaltet im Batteriebetrieb auf 630MHz runter.

Diese Funktionalität ist völliger Blödsinn, wenn man es sich mal genau überlegt. Ich mache den Rechner 25% langsamer und gewinne damit Ein paar Minuten mehr Laufzeit vom Akku. Für manche Aufgabe – wie das schauen einens Films – könnte der intel Atom dann zu schwachbrüstig sein – in diesem Fall nützt mir die ganze tolle Laufzeit nichts, weil ich meinen Film nicht ruckelfrei gucken kann.

Aber selbst wenn die Aufgabe nichts zeitkritisches enthält, das Netbook einfach nur länger braucht: was hab ich wohl gewonnen? Angenommen ein Task bräuchte bei 1600MHz 60min, dann bräuchte er bei 1200MHz 80min. Das heißt, 20 Minuten länger Display, RAM, Chipsatz, WLAN und Prozessor betreiben. Eventuell heißt das sogar 20minuten länger teuer per UMTS im Internet bleiben.

Nur ordentliches ondemand- Frequenz- und – Spannungsschalten bringt was. Alles andere ist Augenwischerei. Wenn Leistung benötigt wird, muss sie zur Verfügung stehen, ob Akkubetrieb oder nicht. in Idle-Phasen muss dann sofort heruntergetaktet werden. Dadurch verkürzt sich zwar die Kennzahl „Batterielaufzeit“, aber ich habe ein verwendbares Gerät.

2 Antworten zu “Batterielaufzeit um jeden Preis?”

  1. Marcus sagt:

    Wenn runtertakten „on demand“ nur so einfach wäre …

    Die meisten Geräte werden nach unten getaktet, weil der Benutzer langsamer als sein PC ist. Schau mal in die Historie der CPU Auslastung, wenn du „normal“ am Rechner arbeitest. Also surfen, Büroarbeiten, Email etc.

    20 Minuten länger per UMTS im Internet?! Naja …

    Nur wenn du dem Notebook eine Aufgabe stellst, die es zum kontinuirlichen rechnen zwingt (Video, Spiele, Rendern, Kompilieren) kann dieses runtertakten zu einem echten Problem werden.

    Was aber ganz wichtig ist: Das OS entscheidet bei Notebooks über die Taktung. Das hängt mit der verwendeten Hardware des Notebooks nur sekundär zusammen.

    Wobei ich aber zugeben muss, dass das vorinstallierte OS für viele Nutzer sicherlich nicht zur Disposition steht. Kein Händler sollte erwarten, dass Kunden Mängel im Alleingang ausmerzen. Möglich ist es aber trotzdem ;)

    In diesem Sinne: Kauf doch was dir gefällt, und Wechsel (im Hinblick auf das von dir kritisierte Verhalten ohne Netz) das OS ;)

  2. mattis sagt:

    das 60 minuten- Beispiel ist vielleicht wirklich etwas überspitzt, aber soll ja nur verdeutlichen, wo das Problem liegt. Bei der festen Runtertaktung des Systems bekomme ich zwar eine etwas längere Laufzeit aber weniger Arbeit pro Ladezyklus. Und klar kann man diese Features (hoffentlich) abschalten, aber man muss sie doch gar nicht erst implementieren und kann stattdessen die Programmierer besser beschäftigen. Es gab auch schon Notebooks, wo im Batteriemodus Display dunkler und CPU runter geschaltet wurden und der Benutzer konnte nichts dagegen machen. Ich erinnere mich da vage an ein Modell von Sony…