2010-02-01 | Merkel, Gabriel, Schäuble, Künast wollen gestohlene Daten kaufen

Sigmar Gabriel geistert heute mit der Aussage durch die Nachrichten, dass der deutsche Staat doch bitte die von einem ehemaligen Bank-IT-Menschen angebotenen Kontodaten kaufen soll, die vermutlich von der britischen HSBC stammen. Auch Frau Merkel befürwortet wohl den Kauf, Herr Schäuble scheint noch mit sich zu ringen. Auch die Grüne Renate Künast wird zitiert “Wer Krokodilstränen darüber vergiesse, dass sich der Staat auf einen Handel mit Kriminellen einlasse, wolle nur Rücksicht nehmen auf seine Wählerklientel”.

Der Mann will wohl um die 2,5 Mio. € für etwa 1.500 Datensätze haben. Aber wer weiß schon, was auf dem Datenträger wirklich drauf ist? Alle behaupten zwar, dass es die Daten von Steuerhinterziehern sind, aber genau wissen kann man es erst nachdem man sie in Augenschein genommen hat. Wer weiß, wie viele Kontoinhaber gegen ein »Gebühr« schon aus den Daten gelöscht wurden?

Wäre der Kauf der Bankdaten nicht das Selbe, als würde ich mir 1.500 Kreditkartendatensätze besorgen um damit Geld zu verdienen? Warum soll sich die Bundesrepublik an einem solchen Geschäft beteiligen?

Dem Verkäufer kann man nicht abnehmen, dass ihn das schlechte Gewissen oder ein Gefühl von Ungerechtigkeit zum Datendiebstahl trieb. Dann hätte er die Dokumente auch auf Wikileaks zur Verfügung stellen können. So ist es nur seine persönliche Bereicherung auf Kosten des deutschen Staates (und zuvor Wohl auf Kosten des französischen)

Wie soll sich ein Staat als Schützer unserer Daten darstellen, wenn er gleichzeitig illegal beschaffte Daten kauft. Was ist die nächste Art von Beweismitteln, die der Staat kauft? Akten? Fingerabdrücke? DNA-Proben? Wann wird der erste Mörder freigelassen, weil Zeugen Geld für Ihre Aussagen haben wollen und der Staat nicht bezahlen will?

Wenn der deutsche Staat ein berechtigtes Interesse an den Daten hat, dann kann er sie sicherlich beschlagnahmen. Der Mann hat gegen viele Bestimmungen und Gesetze verstoßen. Kaufen hieße Datenkriminalität belohnen.

Das alles ist Ausdruck einer gefährlichen Denkweise: »Der Staat müsse sich nicht an rechtsstaatliche Prinzipien halten, um diese Prinzipien zu erhalten«. Man muss aber verstehen, dass man sich oftmals in der schwächeren Position befindet, wenn man auf der rechtsstaatlichen und demokratischen Seite bleiben will.

Nur zur Klarstellung: ich will Steuerhinterziehern kein Geld lassen, das sie von rechts wegen zum deutschen Gemeinwesen beisteuern müssen. Aber eine Straftat gutheißen, um eine andere aufzuklären, ändert nichts an der Summe der nicht verfolgten Straftaten. Auch klingt 2,5 Mio.€ für 100 Mio.€ nach einen tollen Geschäft – aber eine Million für niedrige Umsatzsteuer in Hotels ist genauso moralisch.

Natürlich vermittelt diese Aktion auch ein falsches Signal: »Geht raus, sammelt Beweise und verkauft sie dem Staat.« Was haben all die Aufhebungen und Untergrabung des Bankgeheimnisses und anderer Teile der Privatsphäre bewirkt, wenn immer noch in Millionenhöhe Steuern hinterzogen werden können?

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2010-01-28 | Cottbus weist Bürgerbehren zur Straßenbahn ab

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

Straßenbahn Cottbus – Elektromobilität seit 1903

In ihrer gestrigen Sitzung hat die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung (StVV) das Bürgerbegehren der Initiative ProTram abgewiesen. Grund dafür ist ein Rechtsgutachten der Stadt, das belegen soll, dass das Bürgerbegehren formal Fehler enthält.

Die Abweisung ist ein Affront gegen die Cottbuser Bürger, gegen die Kommunalverfasssung und gegen die Demokratie.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid sind plebiszitäre Elemente, also Mittel des einfachen Bürgers, an politischen Entscheidungen teilzunehmen. Die zu strenge Auslegung von Formalitäten konterkariert aber genau diese Zielstellung, dem »kleinen Mann auf der Straße« ein Mittel an die Hand zu geben. Ein Bürgerbegehren, das nur mit einem Team fähiger Anwälte und der Bereitschaft, vor Gericht zu ziehen, durchzuführen ist, ist kein Bürgerbegehren mehr. Vielleicht sollte es dann Anwaltsbegehren heißen.

Als zusätzliche Frechheit schmücken sich nun der Oberbürgermeister Szymanski und die StVV mit den Früchten der Initiative, danken brav und artig den Bürgern für Ihren Einsatz und verteilen daraufhin die Watschn. Das Bürgerbegehren wird abgelehnt. Man begrüßt natürlich jede weitere Initiative. (»Tritt den Fußball, Charlie Brown!«)

Zur Information noch die Begründungen der Ablehnung im Detail:
Lies den Rest des Artikels »

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2010-01-20 | 27% aller Bewerber googeln ihre Personalchefs

Vorsicht in Sozialen Netzwerken im Internet — insbesondere wenn man im Personalwesen tätig ist. Eine Studie belegt, dass immer mehr Bewerber den Spieß umdrehen und »gut vorbereitet« zum Bewerbungsgespräch gehen. Fotos des Personalchefs von der letzten Weihnachtsfeier vereinfachen die Gehaltsverhandlungen oft sehr.

/irony

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2010-01-04 | Return of the Nacktscanner

In der Diskussion um die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr sind jetzt wieder die »Nacktscanner« im Gespräch. Der vereitelte Anschlag auf dem Flug nach Detroit bietet dafür den willkommenen Anlass.

Aber der junge Nigerianer war wohl nicht in einem Al Quaida-Terrorcamp oder er hat beim Thema Sprengstoff nicht aufgepasst — geschlafen, hinter der Tür gestanden, gerade zum Pinkeln draußen gewesen oder so. Hätte er aufmerksam zugehört, dann wüsste er, dass Nitropenta (PETN) in der transportsicheren Form als Plastiksprengstoff nicht ohne Zünder zur Explosion zu bringen ist. Mit purem Nitropenta wäre er wohl schon auf dem Weg zum Flughafen in die Luft geflogen. PETN verhält sich ähnlich wie Nitroglyzerin, ist schlagempfindlich.

Wenn mir jetzt jemand erklären würde, dass das ein vorgetäuschter Anschlag wäre — ich würde ihn nicht für völlig verrückt erklären. Ob er jetzt einen Grund für den Einmarsch im Jemen liefern sollte oder ob die Hersteller von Sicherheitsequipment profitieren wollen, Al-Quaida steht doch eher lächerlich da und andere profitieren. Vielleicht ist der Junge mit seinem terroristischen Übereifer auch einfach ein paar Leuten auf den Sack gegangen. Die haben ihm dann das Zeug in die Hand gedrückt, gesagt »zünde das im Flugzeug an« und sie waren ihn los.

Doch zurück zu den Nacktscannern: Der Spiegel berichtet, dass Experten zufolge die Scanner den Sprengstoff gar nicht gefunden hätten. Aber Abhilfe ist ja unterwegs.

»Wir sind zuversichtlich, dass wir im Sommer Forschungsergebnisse für eine ganz neue Generation von Körperscannern vorstellen können«

verkündet Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Was Forscher sagen und was sie damit meinen übersetzt XKCDfür uns. Gleich Zeile Eins sagt uns, das heißt, das Projekt wird demnächst eingestellt.

Daraus folgt eigentlich nur: »Kauft jetzt unsere Nacktscanner. Sie taugen nichts, aber mit dem nächsten Update wird alles besser. Wenn es denn kommt.« Dass schon 2008 angekündigt wurde, das etwa ab April 2010 solche Scanner an allen europäischen Flughäfen stehen sollen, macht nur zusätzlich stutzig.

Der Attentäter ist übrigens in Amsterdam Schiphol in die Maschine nach Detroit gestiegen. Dort wurden schon länger Nacktscanner eingesetzt. Deren Benutzung war aber für die Passagiere freiwillig. Das wird sich ändern. Dann habt ihr alle wirklich nichts mehr zu verbergen. Da fahr ich doch lieber Bahn.

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2009-12-18 | flash10.1pre2 und Firefox auf Ubuntu 9.04

Ich habe ja letztens kurz geschrieben, wie man unter Ubuntu Flash 10.1pre1 installiert. Mit Opera funktioniert es auch ganz ordentlich, die CPU-Belastung beim Wiedergeben von Videos ist nur ein wenig höher. Von Hardwarebeschleunigung ist leider nicht viel zu spüren, was wohl an meiner nicht unterstützten GeForce 7600GS liegen wird. Gerüchteweise werden nur Mpdelle ab der 8000er Reihe unterstützt. Für einen Pointer zu einem auführlichen Dokument dazu wäre ich dankbar.

Nur unter Firefox funktionierte Flash dann nicht mehr. Obwohl ich den Firefox selten benutze, sollte auf meinem Rechner trotzdem alles funktionieren. Gestern ist dann noch die zweite Beta veröffentlicht worden. Zwei Gründe also, das Ganze noch einmal anzugehen.

In meiner — dank zahlreicher distribution-upgrades ziemlich verhunzten — Ubuntuinstallation gibt es es das Verzeichnis /usr/lib/firefox-addons. Der Installer mag dieses Verzeichnis nicht akzeptieren, also kopiert man manuell die libflashplayer.so in das dortige Plugin-Verzeichnis. Firefox vorher zu beenden erspart eventuellen Ärger.

$> tar -zxvf flashplayer10_1_p2_linux_121709.tar.gz
$> cd install_flash_player_10_linux
$> sudo cp libflashplayer.so /usr/lib/firefox-addons/plugins/

Fertig, danach funktioniert Flash auch wieder im Firefox und taucht auch unter Plugins im Addon-Manager auf. Ich habe auch noch eine Anleitung bei Ubuntugeek gefunden, die Hinweise gibt. Allerdings ist die dort beschriebene manuelle Methode nur dafür geeignet, den Flashplayer nur für einen Benutzer zu installieren. Wer Flash auf einem Rechner braucht, den er nicht administrieren darf, dem ist dort geholfen. Aber warum sollte man Beta-Software zum Probieren auf einem solchen System installieren wollen?

[Update] inzwischen hab ich die Specs gefunden. Linux wird vorerst keine Hardwarebeschleunigung bekommen, da es dafür angeblich keine API gibt. Nunja.

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2009-12-12 | Flash 10.1pre auf Ubuntu Jaunty

Heute bastel ich mal wieder, denn seit langem kann ich mir auch wieder etwas Zeit dafür nehmen.

Adobe’s Flash 10.1 soll ja allerlei wundersames Zeug tun. Zum Beispiel Auf mehr Plattformen laufen und Hardwareunterstützung zum Beispiel für die Wiedergabe von Videos nutzen. Ich will mal schauen, ob und wie es funktioniert. Es gibt keinen Grund das zu tun. Aber deswegen fällt es ja in die Kategorie basteln. =)

man beginnt mit dem Herunterladen eines 4.5MByte großen tarballs von den Adobe-Labs. Der enthält nur das shared object und einen installer. Bevor man man sich daran macht, das Plugin zu installieren, entfernt man alle früheren Installationen von Flash. Normalerweise sollte es reichen, die Pakete zu entfernen. Dann schließt man alle Browser und legt los.

$> tar -zxvf flashplayer10_1_p1_linux_111709.tar.gz
$> cd install_flash_player_10_linux
$> sudo ./flashplayer-installer

bei der Installation wird man nach dem Pfad der Browserinstallation gefragt. Der Ubuntu-nutzer an sich ist damit meist überfragt, denn darüber muss er sich üblicherweise keinen Kopf machen. Für mich sind die Pfade /usr/lib/opera und /usr/lib/firefox. Das vorgeschlagene /usr/lib/mozilla mag der Installer selbst nicht. Ich hab das Plugin in beiden Pfaden installiert, obwohl Opera auch das Plugin-Verzeichnis von Firefox durchsucht. Geschmackssache. Wer mag, kann das Plugin auch nur bei Firefox installieren.

Danach funktioniert Flash weiterhin einwandfrei. Jetzt muss ich erstmal schauen, wie sich 10.1pre im Alltag machen.

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2009-11-28 | Snake Oil

Jede Menge Menschen kommen auf meine Seite, weil sie in die Suchmaschine Ihrer Wahl Suchbegriffe wie Snake Oil, Schlangenöl gegen Haarausfall eingegeben haben. Ursache scheint dieser Beitrag vom letzten Jahr zu sein. Darin ging’s um Software-Wundermittelchen, die wie magisch Computer beschleunigen sollen. Für alle diese Leser schreibe ich noch einmal Klartext:

Das englische »Snake Oil« ist ein stehender Begriff für reißerisch vermarktete, wirkungslose, angebliche Wundermittel. Die deutsche Übersetzung hat sich für wirkungslose Wunder-Software eingebürgert, ist also nicht so verbreitet wie das englische Original. Daher wohl der Glaube, dass Schlangenöl irgendwas bewirken könnte.

Schlangenöl gibt es wirklich in der chinesischen Medizin und soll gegen Gelenkerkrankungen helfen. Das kann man glauben oder nicht, wissenschaftliche Untersuchungen dazu scheint es nicht zu geben. Schlangenöl hilft also nicht gegen Haarausfall.

Es gibt verschiedenste Formen von Haarausfall, erblich, hormonell oder Stressbedingt; bei Männern und Frauen. Es gibt auch wirksame Medikamente dagegen, die sollte man sich aber nicht (aus Scham oder warum auch immer) heimlich besorgen und ohne ärztliche Kontrolle einnehmen. Diese Mittel sind oft teuer, werden aber von den Kassen manchmal übernommen, wenn der Leidensdruck groß ist. Finasterid (das bekannte Propecia), Alfatradiol, Estradiol, Minoxidil sind nur einige Wirkstoffe, die bei den verschiedenen Arten von Haarausfall wirklich helfen, aber auch keine Wunder bewirken.

Sprechen Sie mit einem Arzt und suchen sie nicht nach Wundermitteln. Vom Kauf von billigen Medikamenten, die per Spammail beworben werden, ist ohnehin abzuraten. Wer weiß, ob und welche Wirkstoff enthalten ist oder ob man sich damit einfach nur vergiftet. Frei erhältliche Mittel, die per Spammail oder Kleinanzeige alles Mögliche versprechen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Geldschneiderei.

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2009-11-25 | Cottbus verkauft schonmal die Straßenbahnen

Die Initiative ProTramCottbus hat gerade 11.500 Unterschriften dafür gesammelt, dass die Stadt ein neues Verkehrsgutachten erstellen lässt, in dem die Straßenbahn überhaupt eine Chance bekommt. Die Cottbuser Piratenpartei hat die Initiative dabei tatkräftig unterstützt.

Derweilen verkauft Cottbusverkehr schon mal die Straßenbahnzüge, wie die Märkische Oderzeitung berichtet. Drei Züge der nicht einmal 20 Jahre alten Tatrabahnen gehen an die Schöneiche-Rüdersorfer Straßenbahn. Da können sie nochmal 20 Jahre fahren. Ich vermute, das sind Bahnen, die durch die Stilllegung der Strecken nach Schmellwitz-Anger und Jessener Straße nicht mehr benötigt werden. Dass man damit den Takt auf den anderen Strecken verdichten könnte, kommt natürlich niemandem in den Sinn. Oder will man für Cottbus neue Züge kaufen?

Cottbuser Straßenbahn – Elektromobilität seit 1903.

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2009-11-22 | Youtube nervt, Copyright ist Kulturverhinderung

Man will nur mal einen 37 Jahre alten Song im Original hören und womit kommt einem Youtube? Mit diversen Sperrungsnachrichten.

Youtube Sperrnachrichten, hier mal zusammengeschnitten.

Youtube Sperrnachrichten, hier mal zusammengeschnitten.

Es geht um »Popcorn« von Hot Butter (1972) eigentlich ein Remake von Gershon Kingsleys 1968er Song. Viel Spaß beim Suchen, vielleicht findet ihr ja noch mehr nette Copyright-Hinweise. Da sieht man nur wieder, dass Copyright die reine Kulturverhinderung ist und wir auf wichtiges Kulturgut (diese Melodie kennt jeder!) nicht mehr zugreifen können und es womöglich irgendwann vergessen, bloß weil irgendjemand diesen Titel in seinem Rechteportfolio versauern lässt.

Ich rede mit Absicht nicht vom Urheberrecht, denn das Recht eines Urhebers an seinem Werk ist ein unveräußerliches.

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2009-11-05 | Schweinegrippepropaganda

Es ist soweit, Deutschland steht am Abgrund. Neun Tote durch Schweinegrippe in Deutschland. Neun! Unfassbar. Nur damit man sich mal eine Vorstellung von dieser Zahl machen kann: Mit Neun Leuten kann man einen VW-Bus füllen! An der Saisonalen Grippe sterben ja nach Schätzung zwischen 4.500 und 20.000 Menschen — an der Influenza und ihren Folgen. Das sind zwischen 500 und 2.222 VW-Bussen.

Vor kurzem noch berichteten die Analog- und Holzmedien (Funk und Fernsehen, Zeitungen), dass die Deutschen sich nicht unbedingt gegen H1N1 impfen lassen wollen — zu wenig getesteter Impfstoff und soooo schlimm ist die Schweinegrippe nun auch nicht. Nur wenig später rollt die Propagandawelle wieder. Neun Tote reichen doch sonst nichtmal für die RTL2-News-Erschreckstory vor den neuesten Prominentenausrutschern – es sei denn, es gibt gute Bilder. Was ist denn nun schon wieder los?

Die Pharmabranche hat das mit dem viralen Marketing einfach falsch verstanden und vermaktet die Grippe. Hier wird uns vor einem Virus Angst gemacht. FUD heißt diese Taktik: Fear, Uncertainty, Doubt (Angst, Unsicherheit, Zweifel). H1N1 ist ja nicht ungefährlich, aber auch kein Grund zur Panik. Hier sollen Regierungen unter Druck gesetzt werden, Medikamentenvorräte anzulegen und die Leute sollen sich impfen lassen. Ohne die Angst würden die Krankenkassen die Impfung nicht bezahlen.

Wenn die Pharmaindustrie ihre Gewinne noch weiter steigern will, muss sie neue Epidemien und Volkskrankheiten promoten. Mit so’nem bisschen MS, Morbus Kron und was weiß ich noch kann man heute doch keine Milliarden mehr verdienen. Die Forschung ist teuer, die Zulassung langwierig und dann gibt es nur wenige Kunden. Die kann man aber nur noch in der Werbung auftreten lassen. Ihre forschenden Pharmaunternehmen.

PS: das Bild zum Artikel stammt von informationisbeautiful.net/ Dort gibt es schöne Grafiken zu den verschiedensten Themen.

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