2010-03-03 | Seltsame Türpolitik im Fritzclub

da will man mal abends mit Freunden weggehen und dann passiert sowas: Man wird an der Tür des Clubs abgewiesen, weil man keinen Personalausweis vorweisen kann. WTF? Dafür erntet der Fritzclub im Postbahnhof am Ostbahnhof nur Kopfschütteln meinerseits.

Ich geh immer ohne Perso aus dem Haus und gerade abends in Clubs und Diskotheken habe ich lieber einfach nur ein wenig Bargeld in der Hosentasche. Geht das Portemonnaie mit EC-Karte, Perso, Führerschein, Videothekenkarte, Studierendenausweis und VBB-Jahreskarte verloren, ist der Ärger groß.

Nein, man muss den Personalausweis nicht ständig bei sich tragen. Es ist Pflicht, ein gültiges Personaldokument zu besitzen. Ich muss mich ggf. gegenüber der Polizei ausweisen können. Dazu reicht es aus, wenn ich sage: da müssen wir schnell mal zu mir nach Hause, der Personalausweis liegt dort. Ein Türsteher hat kein Recht, von mir ein Personaldokument zu verlangen.

Ich hab mal das Kontaktformular vom Fritzclub bemüht. Mal sehen ob, und wenn ja, was sie antworten.

Hi, ich muss mich hier mal über eure Türpolitik wundern. Euer Türsteher wollte von mir einen Ausweis sehen. WTF?

Ich bin ersichtlich über 18, meine Begleiterin war über 18. Wir haben üblicherweise ein Ticket (= Studierendenausweis) und Bargeld in der Tasche, was bisher nie irgendwo ein Problem war.

Die Gesetzeslage sagt eindeutig, dass ich zwar ein gültiges Personaldokument besitzen muss, es aber nicht immer mit mir führen muss. Ich muss dieses Dokument natürlich NICHT irgendeinem Türsteher zeigen, es sei denn, er zeigt mir vorher seine Polizeimarke oder trägt eine der schicken grünen oder blauen Uniformen.

Ich versteh nicht, warum auf einer Studentenparty ein Studierendenausweis (Plastekarte mit Kryptochip, aufgedrucktes Foto) nicht genügen soll.

Es ist eure Party und ihr macht die Türpolitik, aber so geht’s nicht. Ich muss und werde keinem meinen PA zeigen., denn wer ich bin, geht euch im Prinzip nix an.

Bevor nicht klar ist, dass ich auch ohne PA bei euch reinkomme, komm ich auch nicht wieder. Wenn meine Nase nicht passt oder meine Schuhe nicht gut genug sind für den Abend, dann sagt das. Aber kommt mir nicht so.

Wir sind dann mit sechs anderen woanders hingegangen. Euer Laden war bestimmt auch ohne uns voll.

Grüße

Mir hatte ja schon Übles geschwant, als vor uns alle nach ihrem Perso gefragt wurden. Der Studentenausweis sollte nicht reichen – Warum? Zu ‘nem Studium gehört ein Abi und das dauert überlicherweise mindestens bis zum 19. Lebensjahr.  Wenn man meint, das mein Studiausweis nicht echt wäre (Die Bahn hat damit keine Probleme), kann man mir den Rabatt beim Eintritt verweigern. Ich werde ja hinundwieder etwas jünger geschätzt, als ich bin – aber 26 war so ziemlich das charmanteste, was ich in letzter Zeit gehört habe.

Übrigens kann ich den Dunckerclub nur allen empfehlen. Ich war schon so lange nicht da. Da hat man sich nicht so affig und die Getränkepreise sind besser.

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2010-02-19 | Guido, erklär das mal …

… deinen Wählern:

Wer arbeitet muss mehr haben als der, der nicht arbeitet.
(Guido Westerwelle, zuletzt beim Politischen Aschermittwoch, nachzulesen z.B. Politbash oder auch HA )

Der Arbeiter bei Opel am Band soll – weil er ja arbeitet – mehr Geld haben als der Erbe, der von den Zinsen seiner (bescheidenen) 5 oder 10 Millionen lebt. Da bin ich ja gespannt, was die verbliebenen 7% FDP-Wähler dazu sagen, wenn sie spitz kriegen, was du vorhast. Das kann ja nur bedeuten, dass die Steuer auf solche Einkünfte aus Kapitalerträgen drastisch erhöht werden sollen.

So ist es nicht gemeint? Dann ist es also doch nur eine Plattitüde. Erzähl doch so’nen Quatsch einfach nicht mehr.

Ein wenig ernster meinst Du es schon? Bist du jetzt doch für den Mindestlohn? Aha – so ist es auch nicht gemeint.

Dann kann ich nur schlussfolgern, dass es einen prominenten neue Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommens gibt. Soziale Absicherung und wenn man arbeiten geht, kommt das Einkommen daraus obendrauf. »Bedingungsloses Grundeinkommen – Wer arbeiten geht, hat mehr!«

Okay, ich hab es jetzt verstanden. Es ist wieder mal nur die alte Leier, die Forderung nach der Abschaffung des Sozialstaates und Teil der Kampagne zur Diskreditierung von Leistungsempfängern.

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2010-02-17 | Usability – oder wie man gute Programme kaputt macht

KISS heißt das wichtigste Usability-Prinzip. »Keep it simple, stupid”« Zwei Programme, die ich immer gern verwendet habe, verstoßen in ihren 2er-Versionen gegen dieses Prinzip und rühmen sich trotzdem besserer Usability – Amarok 2 und Gwibber 2.

Gwibber hat eine dreigeteilte Aufteilung bekommen, die man von Emailclients kennt: Links mehrere Konten mit Ordnern für Öffentliche und private Tweets, rechts oben die Anzeige der Tweets, rechts unten ein Fenster zum Eingeben eigener Statusmeldungen. Das mag ja jemandem gefallen und professionell wirken, aber das ist nicht mehr das kleine einfache Tool aus Version 1.x. Damit konnte man in einer einfachen einspaltigen, schmalen Fenster, das man an den Bildschirmrand schieben kann, seine Timeline im Auge behalten. Ich glaube, da wollte jemand zu viel. Achso: dass Version 2 (aus den Ubuntu-Repositories) nebenbei auch einfach nicht funktioniert, tötet das Tool vollends.

Amarok war bis Version 1.4 das ultmative Programm, um Musik zu verwalten, zu hören, Podcasts zu abonnieren usw.

Wenn man Optionen einbaut, um die Oberfläche eines Programms umzubauen, dann doch bitte nicht in der Oberfläche selbst. Immer wenn ich das Programm öffne, will ich Musik hören und nicht die Oberfläche ändern.

Wenn man alles besser machen will, warum sind dann immer noch die Podcasts bei den Playlisten und nicht in der neuen Kategorie »Internet«? Das neue Podcast-Verzeichnis ist doch auch dort. Warum muss man die Kategorien doppelklicken, um sie zu öffnen, obwohl sie wie Buttons aussehen? Wie grauenhaft muss die Oberfläche eines Programms sein, dass man Bookmarks benötigt, um sich zurecht zu finden? Muss eine lokale Anwendung auf Breadcrumb-Navigation zurückgreifen?

Warum funktioniert Audio manchmal einfach nicht? (Hier hilft vielleicht diese Diskussion zu Phonon).

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2010-02-17 | Ubuntu 9.10-Seite aktualisiert

Ich habe mal meine Seite zu Ubuntu Karmic Koala aktualisiert und Informationen über Bluetooth und Thunderd2/Lightning0.9 ergänzt.

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2010-02-01 | Merkel, Gabriel, Schäuble, Künast wollen gestohlene Daten kaufen

Sigmar Gabriel geistert heute mit der Aussage durch die Nachrichten, dass der deutsche Staat doch bitte die von einem ehemaligen Bank-IT-Menschen angebotenen Kontodaten kaufen soll, die vermutlich von der britischen HSBC stammen. Auch Frau Merkel befürwortet wohl den Kauf, Herr Schäuble scheint noch mit sich zu ringen. Auch die Grüne Renate Künast wird zitiert “Wer Krokodilstränen darüber vergiesse, dass sich der Staat auf einen Handel mit Kriminellen einlasse, wolle nur Rücksicht nehmen auf seine Wählerklientel”.

Der Mann will wohl um die 2,5 Mio. € für etwa 1.500 Datensätze haben. Aber wer weiß schon, was auf dem Datenträger wirklich drauf ist? Alle behaupten zwar, dass es die Daten von Steuerhinterziehern sind, aber genau wissen kann man es erst nachdem man sie in Augenschein genommen hat. Wer weiß, wie viele Kontoinhaber gegen ein »Gebühr« schon aus den Daten gelöscht wurden?

Wäre der Kauf der Bankdaten nicht das Selbe, als würde ich mir 1.500 Kreditkartendatensätze besorgen um damit Geld zu verdienen? Warum soll sich die Bundesrepublik an einem solchen Geschäft beteiligen?

Dem Verkäufer kann man nicht abnehmen, dass ihn das schlechte Gewissen oder ein Gefühl von Ungerechtigkeit zum Datendiebstahl trieb. Dann hätte er die Dokumente auch auf Wikileaks zur Verfügung stellen können. So ist es nur seine persönliche Bereicherung auf Kosten des deutschen Staates (und zuvor Wohl auf Kosten des französischen)

Wie soll sich ein Staat als Schützer unserer Daten darstellen, wenn er gleichzeitig illegal beschaffte Daten kauft. Was ist die nächste Art von Beweismitteln, die der Staat kauft? Akten? Fingerabdrücke? DNA-Proben? Wann wird der erste Mörder freigelassen, weil Zeugen Geld für Ihre Aussagen haben wollen und der Staat nicht bezahlen will?

Wenn der deutsche Staat ein berechtigtes Interesse an den Daten hat, dann kann er sie sicherlich beschlagnahmen. Der Mann hat gegen viele Bestimmungen und Gesetze verstoßen. Kaufen hieße Datenkriminalität belohnen.

Das alles ist Ausdruck einer gefährlichen Denkweise: »Der Staat müsse sich nicht an rechtsstaatliche Prinzipien halten, um diese Prinzipien zu erhalten«. Man muss aber verstehen, dass man sich oftmals in der schwächeren Position befindet, wenn man auf der rechtsstaatlichen und demokratischen Seite bleiben will.

Nur zur Klarstellung: ich will Steuerhinterziehern kein Geld lassen, das sie von rechts wegen zum deutschen Gemeinwesen beisteuern müssen. Aber eine Straftat gutheißen, um eine andere aufzuklären, ändert nichts an der Summe der nicht verfolgten Straftaten. Auch klingt 2,5 Mio.€ für 100 Mio.€ nach einen tollen Geschäft – aber eine Million für niedrige Umsatzsteuer in Hotels ist genauso moralisch.

Natürlich vermittelt diese Aktion auch ein falsches Signal: »Geht raus, sammelt Beweise und verkauft sie dem Staat.« Was haben all die Aufhebungen und Untergrabung des Bankgeheimnisses und anderer Teile der Privatsphäre bewirkt, wenn immer noch in Millionenhöhe Steuern hinterzogen werden können?

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